Datenschutz: Medienanstalten veröffentlichen persönliche Daten von Beschwerdeführern

gullinews am Samstag, 29.11.2008 23:24 Uhr

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Auf einer von der Landesmedienanstalt Saarland betriebenen Website werden Zuschauer dazu aufgefordert, sogenannte "Programmverstöße" zu melden. Nun sind auf der Seite hunderte Zuschauerbeschwerden im Wortlaut aufgetaucht. Dabei standen nicht nur die vollständigen Namen der Beschwerdeführer, sondern auch deren persönliche Kontaktdaten.

Auf der Seite programmbeschwerde.de können Zuschauer den Landesmedienanstalten melden, wenn sie Verstöße gegen Richtlinien bei den Fern- und Rundfunksendern vermuten. Zum Datenschutz heißt es auf der Seite:

"Die Sicherheit Ihrer Daten im Internet ist uns ein großes Anliegen. Selbstverständlich befolgen wir streng die Bestimmungen der Datenschutzgesetze (BDSG, SDSG) und verwenden Ihre Daten nur für solche Zwecke, zu denen Sie uns berechtigt haben. Der Schutz der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen wird durch die Verwendung moderner Sicherheitssysteme bestmöglich gewährleistet. Alle Daten werden streng vertraulich behandelt. Das heißt: Es ist für Dritte nicht ersichtlich, welche Beschwerden, von wem abgegeben werden."

Tatsächlich waren diese Woche hunderte Beschwerden im Wortlaut abrufbar. Im schlimmsten Fall waren es alle Beschwerden, die in den vier Jahren seit der Gründung von programmbeschwerde.de abgeschickt wurden. Besucher der Seite konnten dort Klagen über verschobene Werbeblöcke in der RTL-Seifenoper 'Gute Zeiten, schlechte Zeiten' und das Niveau der "sogenannten Telenovelas" nachlesen; Empörung über die "widerwärtige" "übermäßige Verwendung englischer Sprachfetzen" in der Werbung und den Nachrichten war ebenso zu finden wie Beschwerden über die Schleichwerbung in 'Wetten dass' und detaillierte Beschreibungen der systematischen Irreführung der Hörer in der Call-In-Show 'Lars Vegas' des Radiosenders RPR1.

Was noch schwerer wiegt ist, dass neben den Beschwerden auch nachzulesen war, wer sich über die großen und kleinen Fehler der deutschen Fernsehlandschaften geärgert hatte. Neben den Namen waren unter anderem auch E-Mail-Adressen und Telefonnummern der Betroffenen offen angegeben.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Medienwächter im Zusammenhang mit Datenschutzvergehen auf sich aufmerksam machen. Schon im vergangenen Jahr berichtete ein kritischer Zuschauer verwundert darüber, dass die Bayerische Landesmedienanstalt seine persönlichen Daten nach einer Beschwerde zu einer Call-TV-Sendung an den Geschäftsleiter der Produktionsfirma weitergegeben hatte.

Trotzdem brauchte es im neuesten Fall erst einen Hinweis von einem User des bekannten Forums call-in-tv.net, dass sich als Watchdog der diversen Anrufsendungen versteht, bis die heikle Liste am Mittwoch wieder aus dem Netz genommen wurde. (Simon Columbus)

(via Stefan Niggemeier, danke!)

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gullinews am 29.11.2008 23:03:42:
Auf einer von der Landesmedienanstalt Saarland betriebenen Website werden Zuschauer dazu aufgefordert, sogenannte "Programmverstöße" zu melden. Nun sind auf der Seite hunderte Zuschauerbeschwerden im Wortlaut aufgetaucht. Dabei standen nicht nur die vollständigen Namen der Beschwerdeführer, s...

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