Datenpanne: Tausende Patientendaten im Netz gelandet

gullinews am Freitag, 25.04.2008 21:07 Uhr

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:Newsletter

In einer spanischen Privatklinik ist eine umfangreiche Datenpanne passiert. Über 11.000 Patientendaten sind via eMule über das eDonkey2000-Netzwerk im Internet gelandet. Grund dafür war der leichtfertige Umgang eines Angestellten, der auf dem System, auf dem Patientendaten gespeichert waren, via P2P Daten getauscht hatte.

Der Angestellte konnte nicht richtig mit dem Programm umgehen, berichtet die spanische Tageszeitung El Pais. So seien über das Peer-To-Peer-Netzwerk, welches zum Austausch großer Dateien wie Urlaubsvideos entwickelt wurde, auch die Akten der Patienten in den Umlauf gekommen. Die Datenpanne ist von der spanischen Datenschutzbehörde Agencia Española de Protección de Datos (AEPD) mit 150.000 Euro bestraft worden.

Auch in Deutschland wächst die Gefahr durch Datenpannen. Durch die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte gibt es zahlreiche datenschutzrechtliche Bedenken. So sollen die Daten zentral gespeichert werden, sodass jeder Arzt sofort einen kompletten Einblick in die Krankenakten der Patienten werfen kann. Insbesondere wurde die Datensicherheit und die Funktionalität des Systems in Frage gestellt. Davor warnt der CCC bereits seit geraumer Zeit. Es gebe keine ausreichend geprüften Sicherheitskonzepte, so der Chaos Computer Club.

Doch auch im praktischen Einsatz gibt es Probleme mit der e-Card. So klagen Ärzte bei einer Testphase der eGK vor allem über langsame Verbindungen zum Abruf der Daten, berichtet die Ärztezeitung. "Mit der alten Versichertenkarte haben wir die Daten sofort zur Verfügung, mit der eGK erst nach einer Minute", so der Wolfsburger Internist Dr. Andreas Korsch. Für ihn seien elektronische Gesundheitskarten praktisch nicht anwendbar.

Bereits in der Vergangenheit sind außerdem andere Probleme mit der Gesundheitskarte aufgetreten. So waren viele Patienten mit der neuen Technik schlichtweg überfordert. Als Lösung konnte lediglich vorgeschlagen werden, den Arzt als Verwalter der Patienten-PIN zu beauftragen. Fraglich ist jedoch weiterhin, wie es mit der Einführung der eGK weitergehen wird. (Autor: Malo)

Bookmark and Share

 
12 Reaktionen aus dem gulli:Board

Hollii am 26.04.2008 12:19:00:
Sowas ähnliches hab ich auf dem System eines Arztes von mir entdeckt... Dort waren es aber generelle Freigaben und eben WLAN ungesichert. Ich hab erst mal vernünftige Rechte gesetzt für die Freigaben und natürlich das WLAN verschlüsselt. Und das alles nur weil er wusste das ich Ahnung davon hat...

eigs am 26.04.2008 18:54:03:
Wenn du bei einen Router mit WLAN das WLAN ausschaltest ist er genauso sicher, wie ein Router ohne WLAN. Außer jemand schaltet das WLAN wieder ein, weil er schnell zum Router hin greift und den Knopf drückt....

Solevita am 26.04.2008 19:13:56:
warum hat er überhaupt einen router, wenn er kein internet hat Oo wie wärs mit nem switch?...

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:NewsletterSeitenanfang

Suche

Verwandte News

US-Datenpanne: Sensible Daten in P2P-Netzwerken aufgetaucht
UK-Datenpanne++: Minister lässt Dokumente im Zug liegen
Datendiebstahl in 2008: 285 Millionen Daten entwendet
Datendiebstahl: Laut Studie steigt die Zahl der Datenpannen massiv an
Erneute Datenpanne in Großbritannien: Verteidigungsministerium verliert Daten von bis zu 900.000 Militärangehörigen