Datenklau: 21 Millionen Kontonummern von deutschen Bürgern im Umlauf

gullinews am Samstag, 06.12.2008 19:12 Uhr (Rating: )

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Nach Recherchen der "Wirtschaftswoche" sollen derzeit in Deutschland rund 21 Millionen Datensätze von Bundesbürgern in kriminellen Kreisen kursieren. In den Eintragungen seien neben Angaben zur Identität der Person auch etliche Bankverbindungen mit der dazugehörigen Kontonummer und Bankleitzahl gespeichert. Auch sollen in Einzelfällen detaillierte Informationen zu den Vermögensverhältnissen vorliegen. Nun befürchten Experten, dass demnächst vom Konto vieler Betroffenen ohne Einzugsermächtigung Geld abgebucht werden könnte.

Der "Wirtschaftswoche" zufolge werden die kompletten Datensätze von einer Gruppe von kriminellen Datenhändlern für einen Preis von etwa 12 Millionen Euro auf dem Schwarzmarkt angeboten. Auch die Wirtschaftswoche soll dieses "Angebot" erhalten haben, wovon auch eine CD mit 1,2 Millionen Kundendaten als Muster zeugen soll.

Die CD mit den Daten sei unverzüglich an die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft weitergereicht worden, um Ursachen und Hintergründe zu ermitteln, wie die Datensätze gesammelt und verbreitet wurden. Am heutigen Samstag bejahte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Aussage der "WirtschaftsWoche" und bestätigte nachträglich, dass der Dienststelle eine CD mit den Datensammlungen zugestellt worden sei. Die Übergabe aufseiten der "Wirtschaftswoche" sei jedoch ohne Äußerungen und Randbemerkungen geschehen und Hintergründe zum Tatbestand blieben somit aus. Demnach seien weitere Angaben zum vorliegenden Thema ausgeschlossen.

Der Sprecher beendete die Ausführung mit den Worten: "Wir werden uns das am Montag in Ruhe angucken."

Es wird vermutet, dass der Ursprung des riesigen Datenbestands auf eine Gruppe von Callcenter-Betreibern zurückzuführen ist, wie auch erste Spuren andeuten sollen. Viele große Unternehmen der Telekommunikation, Energieversorgung oder des Kabelfernsehens würden riesige Datenmengen im Vertrauen an die Betreiber von Call-Centern liefern. Durch das Einschalten von Subunternehmen verliert sich die Kontrolle über diese Menge an Daten und ab einem gewissen Punkt lässt sich über die Sicherheit dieser Daten nur noch spekulieren. So sollen auch geringfügig bezahlte Mitarbeiter von einigen Call-Centern ihr Gehalt dadurch aufgebessert haben, dass sie das vorhandene Datenmaterial kopiert und anschließend an Hintermänner verkauft hätten.

Theoretisch könnte jeder Haushalt vom Datenklau betroffen sein. Bei 21 Millionen Datensätzen wäre jeder vierte Bundesbürger in dieser Datenbank erfasst. Laut Angaben der Tagesschau sind Datenschützer der Meinung, dass die gesamte Bevölkerung betroffen ist, weil zu Marketingzwecken Datensätze von allen Bundesbürgern insgesamt im Umlauf seien. (Buddy09)

(via www.wiwo.de, thx!)

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25 Reaktionen aus dem gulli:Board

Chronoton am 07.12.2008 22:45:18:
Stellt euch doch mal vor es würde wirklich dazu kommen, dass von 21 Millionen Leuten einfach Geld abgebucht wird, dann unterschreiben die doch alles was der Stäuble vorschlägt um die "Sicherheit der Büger" zu schützen. noch mehr überwachung, um dem datenmissbrauch zu begegnen?...

Boardurlaub am 08.12.2008 13:10:03:
Was sagt uns das? Regelmäßig neue Konten anlegen. Bank-Hopping, quasi. :D...

Toady am 08.12.2008 18:23:08:
Also in vielen Läden, wo ich einkaufe, ist das ziemlich normal, dass auch Kontonummer und BLZ draufstehen. Potzblitz - grade zum ersten Mal (wegen dieses Threads ;)) drauf geachtet; ich dachte, die Bankverbindung steht nur auf dem Belege, den ich unterschreibe, aber der...

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