Datenantifa: 32.000 Datensätze vom Neonazi-Forum Blood & Honour veröffentlicht

gullinews am Sonntag, 31.08.2008 12:32 Uhr

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Das linksgerichtete Nachrichtenportal indymedia berichtete am vergangenen Freitag, das vermutlich weltweit größte Neonazi-Netzwerk Blood & Honour (Blut und Ehre) zerschlagen zu haben. Die verantwortlichen Hacker bezeichnen sich selbst als die internationale elitäre Eingreiftruppe "Datenantifa". Dabei konnten 32.000 Datensätze der im Forum registrierten Benutzer erbeutet und frei im Internet veröffentlicht werden. Jetzt interessiert sich auch der Thüringer Verfassungsschutz für die unrechtmäßig erlangten Daten.

Die komplette Offenlegung des Internetforums, inklusive aller Zugangsdaten, tausender privater Nachrichten, Fotos und Dateianhängen bestätigt ein weiteres Mal, dass das weltweit agierende Neonazi-Netzwerk alles andere als ausgestorben ist. In Deutschland wurde die rechtsextreme Vereinigung bereits im September 2000 verboten. Ein maßgeblicher Grund für diese Entscheidung waren die andauernden äußerst brutalen Ausschreitungen, die im Namen der Gruppierung vollzogen wurden. Unter den erbeuteten 31.948 Datensätzen befinden sich auch rund 500 von deutschen Mitgliedern.

Bislang wiegten sich die international aktiven Neonazis mit ihrem abgeschirmten Server in Sicherheit. Nach Angaben der Datenantifa selbst handelte es sich um eine "aufwendig vorbereitete Nacht-und-Nebel-Aktion", die durch eine Kooperation mit "befreundeten Gruppen aus dem In- und Ausland ermöglicht wurde." Die umfangreiche Datenbank des Forums hat die Datenantifa auf zwei 1-Click-Hostern und in P2P-Netzen (unter anderem ThePirateBay) veröffentlicht. Zum Entpacken des Forums, welches sich nach geringem Installationsaufwand als ein direktes Abbild auf der Festplatte befindet, wird das Programm 7zip benötigt. Insgesamt beläuft sich das ausgepackte Forum auf 800 Mb.

Gerd Lang, Sprecher des Thüringer Verfassungsschutz erwähnte gegenüber MDR 1: "Sollten sich die Einschätzungen bewahrheiten, wären die Daten von großem Interesse, um Strukturen aufzuhellen." Strafrechtlich könnten die erlangten Daten zwar relevant sein, als Beweise könnten die Informationen aufgrund ihrer illegalen Beschaffung jedoch nicht verwendet werden, so ein unabhängiger Rechtsanwalt.

"Jetzt werden einige Leute im rechtsextremen Umfeld, darunter sicher auch Aktivisten der NPD, sehr nervös werden", sagte Günther Hoffmann vom Zentrum Demokratische Kultur gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Mehrere NPD-Aktivisten sollten den Kontakt zu Blood and Honour streng geheim halten, denn schließlich sollte die Legalität der Partei nicht aufs Spiel gesetzt werden. Gerüchten zufolge hat selbst der NPD-Parteichef Udo Voigt vor ungarischen B&H-Mitgliedern eine Rede gehalten. (gS-)

(via de.indymedia.org, thx!)

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905 Reaktionen aus dem gulli:Board

*Titania* am 19.09.2008 20:55:04:
Hi, @Kabummski Herzlichen Dank für die Hilfe. Naja es ist mehr die Neugier die mich dazu treibt solch ein schwachsinn zu Lesen, ich kann mit denen überhaubt nix anfangen, da ich weder Links noch Rechts bin, sondern einfach mich selbst bin, und Mutter Natur hat mir einfach viel, zuviel Neugier in d...

am 30.12.2008 19:41:12:
Das fröhliche Defacement geht weiter: :D http://www.heise.de/bilder/121009/0/0 http://www.heise.de/newsticker/25C3-NPD-Webseiten-fest-in-Hackerhand--/meldung/121009...

BlackBloc am 30.12.2008 19:57:31:
Ich finde, dafür könnte man ein neues Topic aufmachen. Ich mach dann mal. :p BB...

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