Das Internet ist gut für sozialen Kontakt

Simon_Columbus am Samstag, 07.11.2009 01:15 Uhr

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Vereinsamung vor den Bildschirmen? Zusammenbruch der Gesellschaft durch das Internet? Was hat man nicht alles gehört an Horrormeldungen. Quatsch, sagt das Pew Internet & American Life Project: Das Netz ist gut für das soziale Miteinander.

"Die Amerikaner sind nicht so isoliert, wie es früher berichtet wurde", beginnt die Zusammenfassung der Forschungsergebnisse. Im Gegenteil habe sich das Ausmaß sozialer Isolation seit 1985 kaum verändert. Nur sechs Prozent der erwachsenen Amerikaner hätten niemanden, mit dem wichtige Dinge besprechen könnten.

Allerdings seien die "Diskussions-Netzwerke" der Durchschnitts-Amerikaner, mit denen sie diese Themen besprechen, seitdem um ein gutes Drittel geschrumpft. Sie seien auch weniger vielfältig, weil nicht mehr so viele Menschen außerhalb der eigenen Familie dazugehörten.

Nur am Internet liegt das ganze nicht. Im Gegenteil: Wer ein Handy hat und sich an verschiedenen Internet-Aktivitäten beteiligt, tauscht sich auch mit einem größeren und vielfältigeren Netzwerk aus. Das "Sozial" in "Social Media" trifft also tatsächlich zu. Zum Beispiel vertrauten Blogger und regelmäßige Internetnutzer im Allgemeinen häufiger Menschen mit einem anderen ethnischen Hintergrund.

Es ist auch nicht festzustellen, dass Internetnutzung einen negativen Effekt auf die Einbindung in der lokalen Gemeinschaft hätte. Wer viel im Netz unterwegs ist, besucht seine Nachbarn dennoch genauso häufig wie weniger intensive Nutzer von Facebook und Co. Blogger gehören sogar häufiger als der Durchschnitt lokal engagierten Gruppen an.

Allerdings haben die Forscher auch einige auf den ersten Blick recht ungewöhnlich scheinende Korrelationen aufgedeckt. Wer zum Beispiel seine Photos ins Internet stellt, redet häufiger mit Anhängern einer anderen Partei über wichtige Angelegenheiten. Daran wird deutlich, dass man einen zweiten Blick auf die Ergebnisse der Studie werfen sollte.

Blogger zum Beispiel sind im Durchschnitt höher gebildet als der Rest der Gesellschaft - und höher gebildete Personen häufiger ehrenamtlich tätig. Das Engagement der Blogger hat also mit dem ins Internet schreiben recht wenig zu tun. Das gleiche trifft auf die größeren und vielfältigeren Netzwerke von Social-Media-Nutzern zu: Die sind nun einmal vorwiegend junge Menschen. Von denen ist aus anderen Studien längst bekannt, dass sie offener sind und mehr soziale Kontakte haben.

Bild: "Conversation Prism", cc by von Brian Solis

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4 Reaktionen aus dem gulli:Board

Ironwhistle am 07.11.2009 08:01:56:
Solange es ja "nur" sechs Prozent sind... Ich weiß ja nicht, aber Internet und soziales Miteinander? Ok, ich quatsche auch gerne hier und da im Netz, aber auf Dauer nur Cybersex?? Nee, dann lieber ins real Life... :D...

Tanto am 07.11.2009 10:49:40:
Schule und Drogen, ansonsten hab ich kein real life. :( :D...

Gueri1la am 07.11.2009 16:04:24:
Schule und Drogen, ansonsten hab ich kein real life. :( :D Bekifft vorm Rechner hocken gilt nicht ... :D Naja, was ich so in Online Games mitbekomme, in denen man keinen festen zurückzuverfolgenden Avatar spielt, sind die Leute assozial bis zum gehtnichtmehr. Inwief...

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