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20. September 2008
Dänemark Provider verweigern die Jagd nach FilesharernDie Vereinigung der dänischen Telekommunikationsindustrie hat in einem Statement bekannt gegeben, dass man den Bitten der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) auf keinen Fall folgen wird. Diese hatten mit dem dänischen Minister für Kultur über die Möglichkeiten der Filesharing-Bekämpfung gesprochen. Dabei kam auch deren liebstes Kind, das Three-Strikes-Gesetz, zur Sprache. Diesem erteilte der Vorsitzende der Vereinigung der dänischen Telekommunikationsindustrie jedoch eine klare Absage. Nach England und Frankreich scheint nun Dänemark das neueste Ziel der IFPI zu sein. In einem Gespräch mit dem Minister für Kultur, Brian Mikkelsen, wollte man scheinbar die Kooperationsbereitschaft für eine Partnerschaft zwischen Rechteinhabern und Providern ausloten. Ziel dieser Übereinkunft ist natürlich nichts anderes als die Verfolgung und Identifizierung von Filesharern. Die dänischen Provider scheinen aber ebenso wenig davon begeistert zu sein, den Hilfssheriff der Content-Industrie zu spielen, wie aus einer aktuellen Erklärung der Vereinigung der dänischen Provider hervorgeht: "Das Internet als glaubwürdiges Medium, in dem sich jeder Bürger mit einer absoluten Gewissheit sicher sein kann, dass er auf gleicher Augenhöhe mit anderen Medien wie etwa der vertraulichen Korrespondenz in einer E-Mail behandelt wird, gilt es zu schützen. Die Vorschläge, welche überall in Europa zur Debatte stehen und nun auch in Dänemark eingesetzt werden sollen - beispielsweise die Trennung oder Sperrung der Internetleitung einzelner User -, attackieren diese Ziele und stehen in keinem Verhältnis zu der gegenwärtigen Situation."
Der Vorsitzende der dänischen Telekommunikationsvereinigung, Jens Ottosen, äußerte sich gegenüber dem Plan der IFPI besorgt, zumal er "einige ernste Schwächen" aufweisen würde. So seien die Rechteinhaber nicht in der Lage, eindeutig die Personen zu identifizieren, welche illegales Filesharing begehen würden. Das IFPI-Modell eines Three-Strikes Gesetzes - Warnen, Geschwindigkeit drosseln, Leitung trennen - würde auf eine dynamische IP-Adresse abzielen, nicht auf eine Person. Dies würde, so Ottosen, bedeuten, dass der Anschlussinhaber bestraft würde, obwohl er womöglich nicht das Geringste mit der Rechtsverletzung zu tun hätte. Auch würden zahlreiche Anschlussinhaber zu Opfern von Hacker-Attacken. Insbesondere aufgrund der Möglichkeit eines Einbruchs in das WLAN könnten die Provider solche Maßnahmen nicht akzeptieren. Die Gerichte sollten dies ebenso wenig. Auf die Frage, ob es eine gütliche Einigung zwischen Providern und Rechteinhabern geben könnte, äußerte sich Ottosen sehr treffend: "Wir sind sehr unterschiedlicher Auffassungen. Ich kann es mir daher nicht vorstellen." (Firebird77) (via torrentfreak, thx!) (Bild via torrentfreak, thx!) Verwandte News
Trackbacks
Oliver Kahn "Eier, wir brauchen Eier" joinbug am 21.09.2008 01:19
Zitat: Zitat von joinbug Oliver Kahn "Eier, wir brauchen Eier" Die Dänen haben sie jedenfalls. Oburi am 21.09.2008 01:25
Yeah, richtig so! Wenn doch nur alle so eine Haltung hätten... xzeNji am 21.09.2008 10:37
Es ist ein Vorteil, wenn ein Land nicht den Schwanz einzieht sobald die "große" USA und ihre Contentindustrie an die Tür klopfen. Die nordischen Länder zeigen schon immer mehr Widerstand gegen die Möchtegern-Sheriffs aus den USA. Es wäre schön, wenn mehr Länder diese Courage hätten und nicht immer den USA in den rektalen Schliessmuskel kriechen würden. Frostgrimm am 21.09.2008 12:10
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