gulli: Cuban: Steuerzahler subventionieren die Klagen der Musikindustrie
30. Mai 2005

Cuban Steuerzahler subventionieren die Klagen der Musikindustrie

Alternative Musiksteuer für Copyrightinhaber gefordert

Medienmogul Marc Cuban will es nicht wirklich einsehen, dass Steuerzahler die Musikindustrie bei ihren Klagen gegen Tauschbörsennutzer finanziell unterstützen. Der durch seine durchaus unkonventionelle Haltung gegenüber Filesharern bekannte Cuban schätzt, dass die Musikindustrie mit ihren Abschreckungsklagen gegen Tauschbörsennutzer den Steuerzahler bislang über 200 Millionen Dollar gekostet hat - ein nicht hinzunehmender Betrag, wie er in seinem Blog schreibt.

Gleichzeitig haben Gerichte in der Regel besseres zu tun, als Klagen gegen Filesharer entgegenzunehmen und Verfahren einzuleiten, die letztendlich nur zur Zahlung eines Vergleichbetrags an die Musikindustrie führen. Cuban schlägt ein drastisches Modell vor, welches vermutlich von den Vertretern der Musikindustrie geflissentlich ignoriert werden wird: es könnte ein helleres Licht auf all die Ungereimtheiten und Nebelwerfereien richten, mit der die Verbände versuchen, ihre Kunden zu kriminalisieren und einzuschüchtern.

Cuban schlägt eine Copyrightsteuer für Copyrightinhaber vor: aus dieser sollen die Kosten beglichen werden, die der Allgemeinheit momentan aus dem Prozesswahn der RIAA entstehen. Als Satz stellt er - treffenderweise - die 750$ pro geschütztem Werk jährlich in den Raum, den die RIAA als Schadenssumme angibt, die durch das Sharen eines Songs entstehen.

"Die RIAA denkt, 750 Dollar ist der Wert eines Songs ihrer Mitglieder bei einem Copyrightverstoß. Wenn man als Eigentümer eines copyrightgeschützten Werks nicht annimmt, dass es 750 Dollar im Jahr wert ist, dann ist es vielleicht nicht wirklich ein kommerzielles Produkt", so Cuban in Blog Maverick.Cuban unterstützt einerseits die Tauschbörsenbetreiber von Grokster und Morpheus in der anstehenden Klage vor dem Supreme Court und äußerte sich weiter zum Beginn des Yahoo! - Musikabodienstes dahingehend, dass dies der Moment sei, wo offenkundig würde, dass die Entschädigungszahlungen, die von der RIAA gefordert werden, längst völlig unsinnige Dimensionen angenommen hätten.

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