Copyright zwecks Zensur: Viacom gibt im Streit um YouTube-Videos nach

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gullinews am Dienstag, 24.04.2007 13:01 Uhr

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Als das Unternehmen Viacom kürzlich über einhunderttausend Videos von YouTube mit dem Vorwurf, diese würden die Gesetze verletzen entfernen ließ, bezog sich deren Forderung jedoch auch auf einige Beiträge, die de facto vom Inhalt her nicht illegal waren. In einem Fall wurde eine Parodie der Electronic Frontier Foundation (EFF) und der Organisation MoveOn ohne jeglichen Anlass von Netz genommen.

Viacom behauptete zunächst, sie hätten den "Stop the Falsiness", eine Parodie auf eine Fernsehsendung des Senders CTV nicht löschen lassen, selbst wenn man dem Unternehmen offensichtlich zahlreiche Beweise für das Gegenteil vorlegen konnte. Später wurden doch Fehler beim Versenden der "Digital Millennium Copyright Act (DMCA) takedown notice", also der schriftlichen Aufforderung zur Löschung des Films zugegeben. Zukünftig will man alle Videos, denen man dieser Aufforderung unterwerfen will, vorher ausgebildeten Rezensenten zur Prüfung vorlegen. Darüber hinaus will Viacom für die Autoren der Videos eine Website und eine E-Mail Hotline einrichten, an die man sich als Autor für den Fall der Fälle wenden kann.

Man rudert sogar noch weiter zurück: Solange die betroffenen Werke in irgendeiner Weise kreativ wären, eine Nachricht überbringen würden oder nur geringfügig die Rechte der Gesellschaft überschreiten würden, könnte man auf die Löschaufforderung sogar gänzlich verzichten. Um den guten Willen unter Beweis zu stellen hat die EFF und MoveOn.org im Gegenzug auf die geplante Klage verzichtet.

"Diese neue Befürwortung in Richtung der Rechte der Nutzer des Internets ist wie ein Sieg für den kleinen Mann. Websites wie YouTube haben die Ausdrucksmöglichkeiten für politische Mitteilungen einfacher Leute revolutioniert. Einem Giganten wie Viacom darf nicht erlaubt werden, politische Videos zu löschen oder die Leute mundtot zu machen.", so Eli Pariser von MoveOn.Org

"Selbst wenn man dieser Praxis folgt, wird dies nicht den Missbrauch komplett zügeln können. Aber es sind diverse Schritte in die richtige Richtung zu erkennen. Wenn ein Anbieter wie Viacom diese Tatsache würdigt, wird es anderen Firmen möglich sein, es ihnen nachzumachen.", so Corynne McSherry von der Electronic Frontier Foundation (EFF).

Insgesamt bleibt man aber skeptisch bei den betreffenden Vereinigungen und ist gespannt, ob die Firma Viacom in Zukunft ihren eigenen Versprechungen gerecht werden kann.

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2 Reaktionen aus dem gulli:Board

gullinews am 24.04.2007 12:56:56:
Als das Unternehmen Viacom kürzlich über einhunderttausend Videos von YouTube mit dem Vorwurf, diese würden die Gesetze verletzen entfernen ließ, bezog sich deren Forderung jedoch auch auf einige Beiträge, die de facto vom Inhalt her nicht illegal waren. In einem Fall wurde eine Parodie der ...

Killercat am 24.04.2007 13:36:01:
Ja super, das Viacom nur mit einem statt zwei blauen Augen davon gekommen ist, die Anzeige hätte wegen dem Kurs von Viacom trotzdem kommen müssen :rolleyes:...

Mr.Harmlos am 24.04.2007 16:12:03:
Interressant ist das wieder mit zweierlei Maß gemessen wird....

 

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