gulli: Copyright: Studie zeigt negative Folgen von geistigem Eigentum auf

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12. September 2008

Copyright Studie zeigt negative Folgen von geistigem Eigentum auf

Dass das alte System des Urheberrechts in der digitalen Welt nicht funktioniert, ist nichts Neues. Eine Studie hat einen genauen Blick auf die Folgen von "geistigem Eigentum" geworfen. Dabei wurde nicht nur ein Blick auf die Kultur- und Softwareindustrie, sondern vor allem auch die Biotechnologie geworfen. In Zusammenhang mit Patenten wäre ein altes Verständnis von "geistigem Eigentum" in manchen Fällen auch lebensbedrohlich.

Durchgeführt wurde die Studie von einer kanadischen Non-Profit Organisation, die sich in erster Linie mit Innovationen auseinandersetzt. In der Studie schreiben sie, dass die Ära einer alten Vorstellung von geistigem Eigentum dabei ist, sich aufzulösen. Die Probleme, mit denen wir gegenwärtig konfrontiert sind, gehen auf falsche Annahmen von vor 30 Jahren zurück. Da geistiges Eigentum als "gut" und "profitabel" gilt, muss mehr "geistiges Eigentum" also besser und noch profitabler sein. Allerdings verhindert dieses Denken die eigentliche Innovation. Die zweite falsch getroffenen Grundannahme ist, dass geistiges Eigentum vor allem mit Kontrolle, statt mit Verbreitung assoziiert wird. Mit den negativen Folgen dieser falschen Grundannahmen haben wir bis heute zu kämpfen (und nicht die zuletzt die ewigen Diskussionen und Klagen der Musikindustrie, im Gegensatz zu kundenfreundlichen Neuentwicklungen, sind auf diese Falschannahmen zurückzuführen).

Dieses alte System des "geistigen Eigentums" sorge dafür, dass Innovationen zurückgehalten und Kunden geschadet wird. Man würde zukunftsfähige Technologien so lange zurückhalten, bis man selbst davon profitieren könne. Am Beispiel der Biotechnologie wird gezeigt, wo das Zurückhalten von Informationen und Patenten Menschen auch geschadet hat. Es geht um einen Fall, in dem 39 Pharmaunternehmen Klagen gegen südafrikanische Behörden geführt haben, die versucht haben, gegen AIDS vorzugehen. Diese Klagen dürften etlichen Menschen leiden zugefügt und schlussendlich auch zum Tode geführt haben. Weiter ist in der Studie die Rede davon, dass es in Kenia "Medizinmänner" gäbe, die bewusst ihr Wissen zurückhalten, damit es ihnen nicht wegpatentiert und dann gegen sie verwendet wird.

Was her muss, ist ein neues Verständnis von geistigem Eigentum. Vor allem durch Dialog und einem besseren Verständnis des Innovationsprozesses soll ein neues Verständnis entstehen können. Außerdem sollten die Akteure in dem Bereich vermehrt beginnen, interdisziplinär zu denken und zu arbeiten, um aus ihrer selbst geschaffenen Isolation herauszukommen. Die Studie ist im Übrigen unter einer Creative Commons Lizenz lizenziert. (020200)

( via Torrentfreak )

  • Zitat: Zitat von =>GOTT

  • Ja, die negativen Seiten der immateriellen Monopolrechte. Wenn man die Ideen kommerzialisiert, hat der Kunde oft wenig davon, dann soll ihm vor allem das Geld aus der Tasche gezogen werden.

    Sonnentier am 12.09.2008 16:57
  • gz, selten so grunzdumme news gelesen.

    Jet Black am 12.09.2008 17:08
  • Irgendwie wird vergessen, dass gerade die Kommerzialisierung von Ideen in der Regel die Forschung nach selbigen bzw. weitere Projekte finanziert.

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