gullinews am Montag, 04.09.2006 15:34 Uhr
Stärkere Beachtung des Copyrights ist eine der Forderungen an Russland, sollen die Beitrittsverhandlungen zur G8-Mitgliedschaft erfolgreich sein. Allofmp3.com stellt dabei ein Politikum dar. Der Shop bietet zu unschlagbar günstigen Preisen Musikdownloads zur Verfügung, führt an westliche Verwertungsgesellschaften jedoch keine Lizenzgebühren ab.
In Russland sei das Angebot legal, so allofmp3, die indessen weltweit im Netz die Kundschaft bedienen. Wie ein spezifisch russisches Angebot aussieht, demonstriert nun audiostore: der größte Teil westlicher Künstler ist nicht mehr im Angebot, Preise sind in Rubel ausgezeichnet.
Allofmp3 ist in mehreren Ländern hoch umstritten. In Deutschland werden Links auf den Shop kostenpflichtig abgemahnt, in Großbritannien forderte die Phonoindustrie letztlich, den Shop zum Thema auf dem G8-Gipfel zu machen. Am ersten September trat in Russland ein verschärftes Urheberrecht in Kraft, welches das unerlaubte Verbreiten urheberrechtlich geschützter Werke im Internet unter Strafe stellt.
Internetpiraterie kann seitdem mit Haftstrafe bis zu 5 Jahren geahndet werden. Inwieweit das Gesetz Folgen zeigt, ist unklar. Ähnliche Strafmaße existieren für den physikalischen Handel unerlaubt kopierter Güter bereits, die praktische Durchsetzung läßt hingegen schwer zu wünschen übrig. Ein Gesetz gegen Spam, welches am ersten Juli in Kraft trat, blieb bis heute in der Praxis folgenlos.
Mit mp3spy.ru hat ein weiterer Anbieter sein Angebot zumindest vorläufig eingestellt.
| 3 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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Chimbo2004 am 08.10.2006 20:07:34: |
ludwighagen am 09.10.2006 00:47:02: |
Chimbo2004 am 10.10.2006 20:51:34: |