Geradezu herzzerreißend ist die Entschuldigung, die Judy Brown, Autorin mehrerer Bände mit den Titeln "The Funny Pages", "Squeaky Clean Comedy" oder "Funny You Should Know That" absondert.
"In meinen Büchern hatte ich die Witze von Jay Leno und anderen Comedians ohne deren Erlaubnis veröffentlicht... Ich will mich dafür entschuldigen. Ich verehre die Kreativität, den Witz und die Energie von Standup-Comedians, und ich muss anerkennen, dass Comedy ebenso eine Kunstform ist wie andere Formen des kreativen Ausdrucks... Daher lege ich diesen Rechtsstreit mit dem Versprechen bei, niemals mehr ohne vorherige Erlaubnis diese Witze zu publizieren."
Historisch interessant sind zwei Aspekte der Geschichte: zum einen publizierte Brown die Titel für über 10 Jahre. Inwieweit ein jahrealter Witz nun besonderen Schutz genießt - der gesunde Menschenverstand, der in solchen Angelegenheiten in der Regel leider keine große Rolle spielt, läßt zweifeln. Wenn für jedes "Er hat 'Jehova' gesagt!" im Netz Abbitte geleistet werden müsste, wäre ein Großteil der Netznutzer eine Zeitlang beschäftigt.
Spannender jedoch die Kommentare von William Patry, der sich die Mühe machte, ein wenig in den Schmuddelecken der Branche zu wühlen und erstaunliches zu Tage förderte.
"In den 80ern nutzten Komiker in Hollywood das Licht (die Signalleuchte für den Darsteller) für einen neuen Zweck. Gleichmäßig leuchtend, hatte das Licht die übliche Bedeutung. Wenn es blinkte, bedeutete das Alarm: kein eigenes Material verwenden, falls die Performer es nicht an einen Dieb verlieren wollten ... Es ist das schmutzige Geheimnis des Comedy-Business, ein Vergehen, das auf allen Ebenen betrieben wird, von Amateuren bis zu den großen Namen im Late-Night-TV..."
Na sowas. Und trotzdem gibts Klagen wegen bereits einem einzigen "geklauten" Witz. Das Joke-Business ist schon eine ernste Sache.
| 6 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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yorn am 01.02.2008 17:10:55: |
am 22.02.2008 16:52:31: |
tOoNiCe4yoU am 22.02.2008 20:01:46: |