gulli: Complete my Album: Apple macht Rolle rückwärts
31. März 2007

Complete my Album Apple macht Rolle rückwärts

Wer bereits einzelne Songs einer Musik-CD über iTunes erworben hat, bekommt einen Preisnachlass für den Fall, dass er binnen eines halben Jahres beim gleichen Musik-Portal auch den Rest des Albums käuflich erwerben möchte. Früher hat Apple den Vertrieb einzelner Stücke angekurbelt, jetzt macht man die Rolle rückwärts. Und damit auch seinen Einfluss auf die Musikindustrie geltend. Die versucht nämlich das Format eines kompletten Albums zu schützen. Man gab beim Kauf eines Albums dementsprechend bisher keinerlei Rabatt auf vormals erworbene Musikstücke.

Die Plattenindustrie ist scharf darauf, das profitable Albumformat zu schützen, welches in der Vergangenheit bereits durch den Verkauf von online Download-Portalen wie iTunes, Napster und viele andere unterlaufen wurde. Viele Konsumenten bevorzugen die Anschaffung einzelner Songs anstatt das komplette Album bezahlen zu müssen. Schon bald will man bei Apple 99 Cents Rabatt pro Song gewähren. Laut dem amerikanischen Analysten der Musikbranche Nielsen Soundscan ist in den USA verglichen zum Winter 2006 der digitale wie reale Vertrieb von Alben um 10 Prozent zurück gegangen. Dabei hat sich der Anteil der durchs Web verkauften Musikalben verdoppelt und der herkömmliche CD-Vertrieb ist um 20% gesunken. Insgesamt werden aber noch immer 90% aller Alben in Plattenläden abgesetzt.

Bei einem Marktanteil von 70% der digital veräußerten Medien und der bis dato insgesamt über zwei Milliarden verkauften Songs nimmt der Apple Chef Steve Jobs natürlich eine sehr machtvolle Position in diesem Marksegment ein. Die Major Labels haben diverse Gespräche mit Apple angekündigt. Jobs wurde von deren Vertretern in der Vergangenheit gleichsam als Retter in der Not und als Dorn im Auge angesehen und bezeichnet.

Nummer Zwei des US-Marktes eMusic, die aber über keine Verträge mit den Majors verfügen, haben seit dem Launch ihrer Website ähnliche Nachlässe angeboten. Man kann nur hoffen, die für den Sommer angepeilten Gespräche zwischen dem Management von iTunes und den Plattenfirmen bringen den Kunden unterm Strich etwas. Weniger oder im Idealfall gar keine durch DRM-Technik kastrierte Musik mehr im Angebot der Stores wäre schon ein guter Anfang.

Musikindustrie, Downloads, Mp3, illegal, warez

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