gulli: Commodore Gaming: Business as usual trotz der Insolvenzgerüchte?
24. April 2008

Commodore Gaming Business as usual trotz der Insolvenzgerüchte?

Die Muttergesellschaft Commodore International BV kämpft derzeit gegen eine sich anbahnende Insolvenz des Unternehmens an. Die Firma unterhält einen Anteil von 49% an der Tochter Commodore Gaming, die letzten Sommer durch eine neue Palette von Spiele-PCs von sich Reden machte. Drei Gläubiger hatten das Insolvenzverfahren beantragt.

Auf Anfrage der Redaktion gab Michiel Kroder von Commodore Gaming bekannt, dass man sie als ein unabhängiges Unternehmen ansehen soll. Der Ausgang des Insolvenzverfahrens sei aber seiner Meinung nach bis dato noch immer unklar. Man hätte für den Vertrieb der Spiele-PCs ebenfalls die Rechte an der Marke Commodore inne und würde das Geschäft aktuell nach wie vor ungebrochen fortfahren. Letzten Sommer hatte sich das Unternehmen als Sponsor an der Kölner Demoparty Evoke beteiligt.

Was aber passiert mit dem Unternehmensanteil von Commodore Gaming, wenn die Insolvenz trotz aller Verfahrensfehler, die man den Gläubigern vorwirft, doch stattfinden sollte? Es bleibt spannend, ob sich das Firmenschicksal von 1994 tatsächlich wiederholt. Am 29. April 1994 beantragte die Commodore International Limited mit Sitz auf den Bahamas offiziell ihre Liquidation. Der Markenname wurde an den deutschen PC-Hersteller ESCOM verkauft, die damals beim Verkauf Commodore UK überboten. 1996 kam dann das Ende für ESCOM, primär aufgrund von Verlusten, die im Verlauf des schlechten Weihnachtsgeschäftes entstanden waren. Nach den Gerüchten, VisiCorp wolle die Rechte aufkaufen, um eigene SetTopBoxen mit dem populären Namen anzubieten, wurde ESCOM von der Kette ComTech erworben, die ebenfalls kurze Zeit später in Konkurs ging. Doch das Drama fand noch lange kein Ende: Später ging der Markenname von der amerikanischen Kette Gateway 2000 an Tulip Computers und dann an Yeahronimo Media Ventures über. Bis auf groß angelegte Ankündigungen der neuen Eigentümer in der Presse war bis dato nichts zu sehen.

Auch wenn ihr Hobby (wie man dem Bild unschwer anmerken kann) unter die Haut geht, sind Fans von Commodore Computern aufgrund ihrer leidvollen Erfahrungen sehr viel Kummer gewohnt. Hoffen wir, dass wir in Zukunft nicht wieder mit neuen Schreckensmeldungen versorgt werden. Sollte die Commodore International BV zahlungsunfähig bleiben, kann man das eigene Ende durch den Einspruch nicht abwenden sondern lediglich versuchen zu verzögern. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen dies für Commodore Gaming nach sich ziehen wird.

(Background Via C= Computergeschichte, thx)

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