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10. Februar 2008

Comcast BitTorrent-Blockade in den USA durch Gesetzeslücke legalisiert

Erst wenige Wochen, nachdem die US-amerikanische Behörde Federal Communications Commission (FCC) ihre Untersuchungen wegen der heimlichen Drosselung von Peer-To-Peer Transfers begann, brachte der Internet-Provider Comcast neue Nutzungsbedingungen heraus, in denen den Kunden die eigene BitTorrent-Sperre als angemessenes Netzwerk-Management angepriesen wird. Die neuen Bedingungen spiegeln die Fußnote einer Anweisung der FCC in Bezug auf das Internet aus dem Jahr 2005 wieder. Offensichtlich hat man sich bei der Behörde erkundigt, wie man die Filesharing-Blockade juristisch am besten rechtfertigen kann.

Im Mai 2007 hatte Robb Topolski, ein unabhängiger Forscher entdeckt, dass der Internetanbieter Comcast ihre US-amerikanischen Kunden aktiv davon hindert, BitTorrent-Files zu seeden. Direkt nach Beginn des Transfers wird dieser durch einen vom ISP vorgetäuschten "Reset Flag" unterbrochen. Der Download ist nicht, wie den Filesharing-Clients vorgegaukelt wird beendet, er wurde schichtweg von Beginn an unmöglich gemacht. Auf die Methode von einem Journalisten vom Register angesprochen, leugnete man die Angelegenheit zunächst rundweg. Die Nachrichtenagentur "The Associated Press" bestätigte dann im Herbst letzten Jahres die Story vom IT-Experten Topolski. Comcast änderte den Tonfall und gab zu, den Datenverkehr beeinflusst zu haben, um ihre Kunden bei guter Laune zu halten. "Wir haben die Verantwortung allen Kunden gegenüber und wollen allen eine gute Erfahrung mit dem Internet anbieten. Wir nutzen die neueste Technologie um unsere Netzwerke zu regeln, um allen Kunden dies dauerhaft gewährleisten zu können", so konterte Comcast im offiziellen Statement. Im November wurde die Behörde FCC von Mitgliedern von SaveTheInternet angehalten, die gezielte Störung jeglicher BitTorrent-Transfers zu überprüfen. SaveTheInternet sah die Rechte der Nutzer des Internets stark beeinträchtigt. Zudem würde sich Comcast mit deren Maßnahmen nicht neutral verhalten, sondern den Kunden bestimmte Anwendungen komplett verwehren, was ihnen nicht gestattet ist.

In der Fußnote des FCC wird für IPSs wie Comcast der juristische Ausweg aus dem Dilemma vorgegeben. Sie dürfen ihr Netzwerk-Management in einem "angemessenen Rahmen" durchführen, selbst wenn die Möglichkeiten der User de facto weitgehend eingeschränkt werden. Vizepräsident David Cohen gab bekannt, Comcast würde sich zum Vorteil aller anderen Benutzer des eigenen Netzes an die Regularien der FCC halten. Das Timing der Erweiterung der Nutzungsbedingungen um die besagte Fußnote erscheint indes alles andere als zufällig. Noch letzten Monat gab die FCC auf der Consumer Electronics Show (CES) bekannt, sie würden die Angelegenheit jetzt genauer unter die Lupe nehmen. Kurze Zeit später reagierte Comcast mit der Veröffentlichung der überarbeiteten Vertragsbedingungen. Comcast-Sprecher Charlie Douglas kann auf Anfrage vom Register keinen Zusammenhang erkennen. Internet-Anbieter würden halt von Zeit zu Zeit solche Dinge updaten, das hätte mit den angekündigten Untersuchungen der FCC nichts gemeinsam. Bleibt nur zu hoffen, die europäischen Provider schneiden sich nicht früher oder später eine Scheibe von der amerikanischen P2P-Sperre ab.

(Via The Register, thx)

  • 11 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von Raphnex  Und du hast einen Punkt zuviel, also stfu pls. och du troll, halt dich einfach aus solchen threads oder dem ganzen forum raus, ok? hinweise auf sprachliche fehler werden von der gulli:redaktion immer wieder gefordert und angenommen. aber einige verstehen es ja anscheinend nicht Zitat: Zitat von Latexschlampe  Würde mich arg stören, ...

    Wandang am 01.03.2008 16:26
  • Ich gucke aus Spaß manchmal FoxNews, in der Werbung kommt immer auch die Aussage du würdest dort nen digitales Kabelpaket bekommen. (In den USA gibts Kabel seperat zu Networks) Das Angebot würde ja recht viel versprechend sein, aber wer brauch soviel Fernsehen, wenn er es per bittorrent runterladen kann. In den USA wird ja noch viel lapidarer mit dem Datenschutz umgegangen, sie arbeiten dort mit hanebüchenen Gesetzen und schnorcheln die Leute ...

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