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18. Oktober 2007

Chinesische Filesharingrevolution? Blin.cn leicht überbewertet

50 mal schneller als BitTorrent soll ein in China entwickelter P2P-Client sein - was offensichtlich eine dezente Übertreibung ist. Dennoch könnte sich der Blick nach China jenseits der Diskussionen über die "Great Firewall" lohnen, denn die P2P-Community scheint im Reich der Mitte nach wie vor aktiv zu sein.

Einige der "klügsten Köpfe" des Landes seien mit der Entwicklung von Protokollen beschäftigt, die "unglaublich schnell" sein sollen, so der chinesische Web2.0-Experte Kaiser Kuo im externer Link in neuem Fenster folgtInterview. Das Ergebnis? Beispielsweise ein Client wie der von Blin.cn, der weit schneller als der Torrent sei und mit interessanten Features wie beispielsweise einer bereits kurz nach Download-Start verfügbaren Preview-Funktion glänzen soll.

Die Ursache für die blühende P2P-Kultur sei das Fehlen von Wadenbeißern wie RIAA oder IFPI, die im Westen die Entwicklung von P2P-Protokollen behindern und rechtlich angreifen. Was nicht so weit hergeholt ist, denn tatsächlich dürften sich die einschlägigen Hersteller in den letzten Jahren vor allem mit Filtertechnik und/oder Gerichtsverfahren herumschlagen.

Dennoch scheint die Lobpreisung des Blin-Clients übertrieben: dieser sei "wirklich sehr aggressiv beim Abgreifen von Bandbreite aus allen vorhandenen Ressourcen" - was sich schlicht nach einem aggressiven Leech-Client anhört. In der Regel werden solche Tools zügig aus den entsprechenden Netzen gebannt.

Betrachtet man die Beschreibung näher, werden die Zahlen recht schnell weniger beeindruckend. externer Link in neuem Fenster folgtSchlappe 88kB/sec macht der Client laut der Beschreibung Kuos, davor muss sich kaum ein moderner Torrent-Client verstecken. Das effiziente Protokoll wird ohnehin weniger durch codetechnische Barrieren, sondern allenfalls durch den Flaschenhals Upstream gebremst - woran sich in Zeiten asymmetrischer DSL-Anschlüsse auch wenig ändern wird.

Dennoch ist an dem Statement, dass in China gerade eine sorgenfreiere Entwicklung von P2P-Applikationen möglich ist als im Westen, durchaus einiges dran. Und auch wenn Blin offenbar von Kuo leicht overhyped wird - ein halbes Auge auf die Entwicklung in dem Land, das auch schon Baidu und seine durchaus innovative mp3-Suchfunktion hervorgebracht hat. könnte sich gelegentlich lohnen.

  • Zitat: Zitat von PTL  softwaremässig müsste der client auf 1 bis max 2 files gleichzeitig beschränkt werden, sowie zwangs up von min 80% der leitungskapazität sehr schön gesagt das ist in der tat das rezept, würde man das hinbekommen dann wäre bittorrent vieeeel schneller, aber leider gibt es genug noob die das nie kapieren werden

    Agit21_bln am 18.10.2007 23:43
  • Sehr schnelle Protokolle? Was soll das heißen? Kann BT nicht die ganze verfügbare Bandbreite nutzen? Das klingt alles nach Marketinggeschwafel ohne technische Grundlage. Denn eine Formel gilt für alle P2P-Netzwerke: Summe(Uploadbandbreite aller Clients) / Anzahl an Clients = durchschnittliche Downloadrate Klar ist es möglich durch irgendwelche Maßnahmen den Download eines einzelnen Clients über den Schnitt zu heben. Aber das passiert ...

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