Reporter ohne Grenzen warnen, DIT feiert
Neben der Zensur in Nordrhein-Westfalen und in gewissen Suchmaschinen ist China wohl eines der am massivsten von der Gängelung der Regierung betroffenen Länder, in denen die Zensur bestimmt, was gelesen und geschrieben werden darf - auch und vor allem im Internet.
Seit 20.3. gilt die neue Regulierung, in der den chinesischen Seitenbetreibern eine Frist bis zum 20. Juni gesetzt wurde, innerhalb der sie ihre Webseiten registrieren lassen können. Beeindruckend sind dabei nicht unbedingt, dass bereits jetzt drei Viertel der Seiten registriert wurden, sondern dass sich zwei Wochen vor Fristablauf noch 25% der Betreiber dem Prozedere noch nicht unterzogen haben.
Ermutigende Signale versuchen auch Dynamic Internet Technology zu geben: zwei Millionen Chinesen habe man zum Austritt aus der KP bewegen können, unter anderem mittels der Umgehung der chinesischen Zensur. Die in China gesperrte Epoch Times konnte mittels Mailversendung zahlreiche Leser in China mit ihren neun Kommentaren zur Kommunistischen Partei erreichen, das Ansteigen der Hits auf nicht gesperrten, in den Mails gelinkten Seiten deutet ebenfalls auf ein großes erreichtes Publikum hin.
Parallel dazu existieren weitere, zahlreiche Bestrebungen, die chinesische Zensur zu unterlaufen. Das per se nicht zensierbare, komplett anonyme Freenetproject wird beispielsweise vom Freenet China Projekt verwendet, um zensierte Information auch in China zugänglich zu machen.
Die Situation ist in der westlichen Welt eine völlig andere. Nichtsdestotrotz zeigt die Entwicklung um das chinesische Internet, von wie zentraler Wichtigkeit es ist, ein nicht zensierbares Informationsnetzwerk zu besitzen, welches nicht nach dem Belieben der Regierungen unliebsame Inhalte filtern kann.