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24. Mai 2007

China verzichtet auf Angabe des Realnamens von Bloggern

Die chinesische Regierung zieht ihre Pläne zurück, die rund 20 Millionen Betreiber von Weblogs zur Namensangabe zu zwingen. Man wollte ursprünglich mit dieser Gesetzesinitiative erreichen, dass die Blogger sich vermehrt für den Inhalt ihrer Seiten verantwortlich zeigen und entsprechend leichter bestraft werden können.

Als die Regierung letztes Jahr dieses Gesetz ankündigte, kam es in der chinesischen Blogosphäre zu erheblichen Protesten. Die Blogger verurteilten diesen Schritt als weiteren Versuch von Seiten der Regierung den Informationsaustausch noch besser kontrollieren zu können. Bei der intensiven Überwachung der Webseiten und der Blockade solcher, die mit der Meinung der Kommunistischen Partei Chinas nicht konform gehen, bleibt es allerdings. Das neue Gesetz ermutigt die Blogger lediglich sich mit vollem Namen zu registrieren, sie hätten dann Anspruch auf einen besseren Service. Ping Ke, einer der bekanntesten Blogger und Podcaster in China gab bekannt, dass er diesen Schritt der Regierung als einen großen Fortschritt ansieht. "Sie zwingen uns nicht mehr, sondern empfehlen und unterstützen lediglich", äußerte er sich gegenüber den BBC News UK. Der Blogger Wang Xiaofeng ist ebenfalls gegen die Registrierung und zieht die Veröffentlichung der Beiträge unter einem Pseudonym vor.

"Unzivilisiert zu sein ist eines der Grundzüge des Internets. Wir sind nicht zivilisiert und das Internet gibt dies in vollem Umfang wieder."

Fang Xingdong, der Vorsitzende von Bokee, einem der ältesten Anbieter für Weblogs in China, zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden. Er sieht diesen Schritt als rationale Entscheidung, die Blogger mit ihrer Funktion dort stehen lassen würde wo sie sind. "Das neue Gesetz bringt keinerlei Veränderungen mit sich, wir werden keine zusätzlichen Serviceangebote für die Autoren machen, die sich mit ihrem tatsächlichen Namen anmelden. Die Menschen wollen anonym schreiben und wir respektieren diesen Wunsch."

Microsoft, Yahoo, Google, Zensur, China, Weblogs, Blogger, PodcastsIm Gegensatz zu den Mainstream-Medien ist es für die Kontrolleure des chinesischen Staates immer schwieriger geworden, die Vielzahl an Weblogs effektiv zu überwachen. Es gibt einfach zu viele davon. Viele Bürger dieses Landes benutzen Weblogs als Quelle für ungeschönte Informationen, populäre Blogs erhalten dementsprechend Millionen Hits jeden Tag, wichtige Neuigkeiten werden von Blog zu Blog weiter getragen. An der Kontrolle und Überwachung des Internets durch die Organe der Regierungspartei ändert diese Ankündigung aber selbstverständlich nichts. Selbst wenn die Blogger ihren Namen nicht angeben müssen, so werden Oppositionelle nach wie vor verfolgt und dessen Seiten blockiert. Auch an der Zensur durch eine konsequente Blockade sämtlicher westlicher Informationsquellen wie Zeitungen, Zeitschriften etc. hat sich nichts geändert.

  • 1 Kommentar zum Artikel
  • Die chinesische Regierung zieht ihre Pläne zurück, die rund 20 Millionen Betreiber von Weblogs zur Namensangabe zu zwingen. Man wollte ursprünglich mit dieser Gesetzesinitiative erreichen, dass die Blogger sich vermehrt für den Inhalt ihrer Seiten verantwortlich zeigen und entsprechend leichter bestraft werden können. weiterlesen

    gullinews am 24.05.2007 07:56
  • kann man kein tool coden, was: 1. überwacht ob die site von der china-firewall geblockt wird? 2. wenn ja, automatisch eine andere zufallsdomain (www.12ß31125asd1894.com oder so [wird wohl keiner haben?.. ja ok der aacs code]) anwählt, die als mirror dient? das fänd ich mal genial da ich aber von http und php etc keine ahnung habe, weiss ichs nich^^. ich weiss auch nich ob jeder bloganbieter seinen usern zwingt den bloganbieternamen in der ...

    Wandang am 24.05.2007 17:42
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