gulli: China versucht sich im Kampf gegen das Kopieren
28. Februar 2005

China versucht sich im Kampf gegen das Kopieren

Stars kooperieren, Publikum sabotiert

China will den Kampf gegen das Kopieren von Filmen und Musik verschärfen. Auf eine öffentliche Vernichtung von Datenträgern und gefälschten Markenprodukten folgte in Peking ein Konzert, auf dem auch die Musiker öffentlich Stellung gegen das Kopieren von Musik und Filmen bezogen.

Das Publikum hingegen zog nicht mit. Reuters worde von einem der Besucher erzählt, er habe kopierte Filme zu Hause - sie seien günstiger, erschienen kurz nach dem Filmstart und allenfalls die schlechtere Qualität würde stören.
Das Publikum des Konzerts wiederum rief, von einem der Künstler gefragt, ob sie lieber eine Original-DVD kaufen würden oder "a pirated one" zu einem Zwanzigstel des Preises "The pirated one!" Die Botschaft scheint demnach nicht wirklich angekommen zu sein.

Es wird angenommen, dass über 90% der verkauften US-Film- oder Musikproduktionen in China kopierte Ware ist. Das amerikanische Handelsministerium behauptet, deswegen über 3,8 Milliarden Dollar zu verlieren. Der chinesische Regisseur Feng Xiaogang wird gar mit der Behauptung zitiert, wenn China dieses Problem nicht bald löse, würde es nicht verdienen, Gastgeber der Olympischen Spiele 2008 zu sein. Angesichts dessen, dass es der Musikindustrie offenbar schon lange nicht mehr um die Kunst und den Olympiaausrichtern nicht mehr um den Sport, sondern beiden eben in erster Linie ums Geld geht, dürfte er so falsch nicht liegen.

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