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16. April 2007

China veranstaltet Show gegen Softwarepiraten CDs brennen mal völlig anders

In einer über die gesamte Volksrepublik China verstreuten Aktion wurde vergangenen Samstag massenweise beschlagnahmtes Material vernichtet. 40 Millionen raubkopierte Videobänder, Spiele-CDs, DVDs, Bücher etc. wurden zunächst zur Schau gestellt und dann geschreddert. Die kommunistische Partei in China hat vierundvierzig ihrer prominentesten Vertreter vor die Kameras zitiert, damit diese publikumswirksam der Zerstörung des geschmuggelten Materials beiwohnen sollten.

Man gab den Wert der durch den Schredder gejagten elektronischen Medien mit 30 Millionen Dollar und die ebenfalls verbrannten in China illegalen Bücher und Magazine mit weiteren 11 Millionen Dollar an. Rund ein Viertel der Ware entstammt der Guangdong Provinz, einem Bezirk mit einer gut florierenden Wirtschaft. Die kommunistische Partei kam damit der Forderung der USA nach, die bei der Welthandelsorganisation WTO beklagt hatten, die offiziellen Stellen der Volksrepublik China würden insgesamt zu wenig gegen die Softwarepiraterie in ihrem Land tun. Es ist anzunehmen, mit einer solchen Zurschaustellung exakt zu diesem Zeitpunkt wollte man primär den Klägern aus dem Westen den Wind aus den Segeln nehmen.

Die Vertreter der kommunistischen Partei zeigten sich hochgradig eingeschnappt: "Wir haben beispiellose Bemühungen im Kampf für den Schutz des geistigen Eigentums unternommen. Amerika sollte mit uns und nicht gegen uns arbeiten", so der Vizehandelsminister Jiang Zengwei in einem Statement. Man habe alleine von Januar bis Ende März 2007 mehr als 36 Millionen Einzelstücke beschlagnahmt, über 8000 illegale Shops, 58 Websites und 220 Druckereien geschlossen. Im Verlauf dieser Zeit hätte man 53 Fälle untersucht und dabei 91 Personen verhaftet.

Stellt sich die Frage wie ernst es die Behörden mit ihrer Softwarepiratenjagd wirklich nehmen. Noch immer sind schwarz kopierte DVDs und CDs auf den Märkten von Beijing und anderswo keine Mangelware. Die Händler haben sich offensichtlich von dieser Verbrennungs-Show nicht beeindrucken lassen, sie boten auch am Samstag, also am Tag der Veranstaltung ihre Rohlinge in aller Öffentlichkeit zum Kauf an.

China, Raubkopierer, Mordkopierer, CDs brennen, burn, nero, verfolgung, mpaaDie Umsetzung der Piratenjagd stößt in China auch auf rechtliche Hindernisse und Grenzen. Demnach kann man nur die Personen verfolgen, denen man gleichzeitig die Produktion und auch den Vertrieb von mordkopiertem Material beweisen kann. Für eine Verhaftung muss den Angeklagten zudem ein Umsatz von mindestens fünfzehntausend Dollar nachgewiesen werden, eine stolze Summe.

"Der Grenzbereich um solche Fälle zu bestrafen ist viel zu hoch - viele Personen werden deswegen erst gar nicht in einem Strafprozeß verfolgt", so Michael Ellis von der MPAA. Er würde sich eine Novellierung der dortigen Gesetze wünschen, damit diese auf potentielle Straftäter abschreckender wirken könnten.

  • 8 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Damiyen schrieb: Es geht um die "Symbolik" dahinter. Die Regierung kann jetzt offen behaupten, sie würden was gegen Raubkopien machen Eben darum geht's. China ist trotz des Kommunismus eins der wenigen freien Länder die NICHT von Amerika abhängig sind. Wenn China der "Demokratie" erlaubt Wurzeln zu schlagen,dann kommt der Ami mit den Dollars und kauft Stück für Stück alles,so ...

    frankomatic am 16.04.2007 23:31
  • @BluePeer Kauf dir bitte dringend eine "Deutsche Rechtschreibung" und bestenfalls noch einen Duden. Schrecklich zu lesen, was dir da über die Tastatur gelaufen ist. Zum Thema: Es geht China hier sicherlich um eine politische Inszenierung. Man gibt sich als Industrieland und möchte sich bei dem Thema außenpolitisch nicht als Raubkopier-Sumpf hinstellen lassen. Das die Schwellen für die Anklage von Verkäufern von kopierter Ware ...

    thomasd am 17.04.2007 09:29
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