gulli: China: Reha für Internetsüchtige

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06. Januar 2009

China Reha für Internetsüchtige

Das zunehmend verdrahtete China muss sich mit einem neuen Thema auseinandersetzen: Reha für Internet-Süchtige. Die militärische Behandlung nach Art der Volksbefreiungsarmee umfasst von 6 Uhr morgens bis 21.30 Uhr Beratung, Spiele in Gruppen und körperliche Bewegung. Wir wünschen gute Besserung!

Auf einer Militärbasis außerhalb Pekings hat der Psychologe Tao Ran eine Behandlung für eine typische Erkrankung des 21. Jahrhunderts schrittweise erprobt: die "Internet Addiction Disorder".

Der zentrale Angriffspunkt der Behandlung ist ein Experiment zur Behandlung "immaterieller" Süchte. Die Süchte boomen, sie sind nach der raschen Modernisierung Chinas sprunghaft angestiegen: Arbeitssucht, Shopping-Sucht, Sex-Sucht und Alkoholismus.

"Das Problem wird immer schlimmer", sagt Tao. "Die [Internet-Abhängigen] können sich nicht anpassen, weder an die Schule noch an die Gesellschaft, so dass sie versuchen zu fliehen, ihre Schwierigkeiten und Probleme zu verdrängen. Es mangelt ihnen an Selbstvertrauen und oft haben sie nicht den Mut zu leben."

China hat die weltweit größte Anzahl der Internet-Nutzer - 290 Mio., 70 Prozent davon sind weniger als dreißig Jahre alt. Die globale Marktforschung in 16 Ländern der "TNS Group" hat ergeben, dass die Chinesen den größten Teil ihrer Freizeit online verbringen - 44 Prozent.

Tao schätzt, dass 4 bis 6 Prozent der chinesischen Internet-User, davon 13 Prozent der chinesischen Studenten abhängig sind. Als "abhängig" wird definiert, wer mehr als sechs Stunden pro Tag, über drei Monate hinweg am Rechner hockt und sich dabei weder mit Arbeit noch mit seinem Studium beschäftigt.

Die Zahl der PC-Junkies beläuft sich in China auf mehr als 17 Millionen. Der Psychologe schätzt, dass auch 8 Prozent der US-Studenten abhängig sind.

laser_tag, LasergameLetzten Herbst hat Tao eine kontroverse Diskussion ausgelöst, nachdem sein Diagnosehandbuch für den "Befallenen" veröffentlicht wurde: "Internet Addiction Disorder" (frei übersetzt: Internet-Abhängigkeits-Störung). Nun kämpft er dafür, dass diese Störung im In- und Ausland von den Abhängigen und auch von Gesundheitsorganisationen akzeptiert wird.

Es geht vor allem darum, Freunde in der realen Welt zu finden und Freude durch Spielen zu vermitteln. Tao's Zentrum, das im Jahr 2004 eröffnet wurde, hat sich landesweit als Modell für weitere solcher Zentren bewährt, gegenwärtig befinden sich nahe Beijing 300 Personen in Behandlung.

Hier wird nach militärischem Vorbild drei Monate lang behandelt. Die Therapie umfasst vertrauensbildende Maßnahmen, Sexualerziehung, und in etwa 60 Prozent der Fälle werden auch Medikamente verabreicht. Die Behandlung ist so konzipiert, dass sie psychologische Muster, die in der Familie liegen und andere psychische Probleme aufdeckt. Letztendlich soll der Kranke sein Selbstvertrauen wiedergewinnen.

Trotz der militärischen Disziplin haben die Patienten auch Spaß. Tao zeigt das Plastik Modell des AK-47 Sturmgewehrs, das man für "Laser-Tag"-Spiele verwendet. 40 Internet-Süchtige in Kampfuniformen  werden von  "Beratern" - Ausbilder der Volksbefreiungsarmee PLA - in einem Konferenzraum unterrichtet.

Man spielt quasi eine Art Counterstrike in der Realität nach. Ob nun damit nicht andere Probleme entstehen könnten (Amoklauf), sei dahin gestellt.

Die meisten der Patienten sind junge Männer im Alter zwischen 15 bis 21 Jahren, die süchtig nach Online-Multiplayer-Spielen sind - vor allem World of Warcraft und Counterstrike.

"Sie glauben, die virtuelle Welt ist schön und fair", sagte Tao. "In der realen Welt werden sie depressiv, traurig und unruhig - sie sind sehr unglücklich."

Internet, süchtigChina muss sich durch seine Modernisierung neuen sozialen Herausforderungen stellen: der hohe Druck im Hyper-Wettbewerb um den Arbeitsplatz, die Aufgabe der familiären Bindungen, höhere Scheidungsraten, schnelle Kommerzialisierung und eben neue Fragen im Zusammenhang mit neuen Technologien.

In China, sagt er und da wird er dann ideologisch, stellt die Internet-Sucht meist ein Problem für Jugendliche dar - im Gegensatz zu den USA, in der mehr Erwachsene süchtig seien, vor allem nach Online-Pornografie. Viel Glück bei der Therapie! (double screening)

(via the Christian's Sciens Monitor Danke!)

  • Zitat: Zitat von Guga  Nur weil auf dem Bild Camouflage zu sehen ist, bedeutet das noch nicht, dass alle Tag und Nacht im Wald robben und schießen. Es geht hier doch darum, denen wieder einen Zugang zur realen welt zu verschaffen. Und das geht doch am besten mit... na? ... Richtig! Dingen, die man kennt. Und mal Hand aufs Herz - es gibt genügend einsame Leute zwischen 20 und 30, die sich ins anonyme und ungefährliche ...

  • @Xiaoma Nix gegen dich, aber von jemandem mit chinesischem Namen lasse ich mir prinzipiell nichts erzählen. Jemanden zu zwingen ist keine Lösung, weil er/sie es nicht von selbst will/wollte. D.h. im Klartext, dass die Suchtgefahr nicht gebannt, sondern verschoben wird. Eine Lösung, die nicht mal im Ansatz etwas wert ist. So ein Bullshit kann echt nur den Schlitzaugen einfallen. Hoffentlich gibt es mal Randale in China, bis alles ...

    markus4321 am 08.01.2009 15:31
  • wie leute einfach andauernd über etwas schreiben über dass sie nicht zu 100% bescheid wissen und dann auch noch mit so rassistishcen äuserungen ...schreib doch glich nigger oder polacke... wenn du dich nicht anders zu diesem thema äußern kannst als mit solchen oberflächlichen begriffen das lass es ganz sein du deutsche kartoffel wie würdest du die internetsüchtigen denn sonst dazu bringen wollen ins normale leben zu treten ?? mit einem ...

    snoopy197 am 08.01.2009 20:00
  • Zitat: Zitat von markus4321  @Xiaoma Nix gegen dich, aber von jemandem mit chinesischem Namen lasse ich mir prinzipiell nichts erzählen. mfg, Markus Welches Akronym hast du denn im Netz, du Troll? (Tipp für dich fallste das nicht kennst, http://de.wikipedia.org/wiki/Akronym) Wenn ich mich Abdallah oder Mohammed genannt hätte, hätteste ne andere Einstellung? Rassistischer gehts ja nicht. Wie ...

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