gulli: China: Heute Gespräche mit Vertretern des Dalai Lama geplant
04. Mai 2008

China Heute Gespräche mit Vertretern des Dalai Lama geplant

Mit dem Dalai Lama selbst, dem geistigen Oberhaupt der Tibeter, will die chinesische Regierung nicht verhandeln. Zumindest ist man bereit, heute zwei Vertreter von ihm in der Stadt Shenzhen zu empfangen. Erstmals seit Beginn der Proteste ist scheinbar etwas Bewegung in die Angelegenheit gekommen, trotzdem soll das heutige Treffen als rein "informell" gewertet werden. Wie kompromissbereit die chinesische Regierung im Verlauf der Verhandlungen tatsächlich sein wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Die staatlichen Medien von China haben das Treffen bislang nicht öffentlich erwähnt. Stattdessen überziehen sie den geistigen Führer der Tibeter wie üblich mit neuen Beschimpfungen.

Die Zeitung "Xizang Ribao" bezeichnete ihn kürzlich als "Verbrecher". Noch immer sieht man die Schuld an den Auseinandersetzungen alleine bei ihm und seiner "Clique". Er wäre es auch, der immer wieder versucht hätte, China seit der Eroberung Tibets zu spalten. Last, but not least wird ihm sogar ein "politischer Komplott" vorgeworfen. Das klingt eher nach einer staatlich verordneten PR-Stalinorgel und weniger nach Voraussetzungen für Gespräche, in dessen Verlauf eine einvernehmliche Lösung im Interesse aller Gesprächspartner gefunden werden soll. Aber zumindest haben die staatlichen Medien es bei ihren Beschimpfungen nicht an Einfallsreichtum mangeln lassen.

Die Reporter ohne Grenzen (ROG) hatten gestern mit ihrer Aktion noch auf dem Potsdamer Platz in Berlin für mehr Pressefreiheit geworben. Laut den ROG seien zusammengerechnet mindestens 130 Journalisten wegen ihrer kritischen Berichterstattung verhaftet worden, die meisten davon in China, Kuba und Eritrea. Und dies oftmals ohne fairen Prozess im Vorfeld und unter völlig katastrophalen Bedingungen. Das weltweit größte Gefängnis für Journalisten befindet sich, es verwundert kaum, ebenfalls in China und beherbergt derzeit 31 Inhaftierte. Gestern warb man im Zuge des internationalen Tags der Pressefreiheit dafür, dass die Regierung in Peking endlich seine Versprechen einlösen müsse. Die noch immer ausgeübte Zensur und die Verstöße gegen die Menschenrechte müssen jetzt ein Ende haben, so die ROG. "(...) inhaftierte Journalisten müssen freikommen und ausländische Berichterstatter ungehindert recherchieren und berichten können, auch in Tibet." (Via tagesschau.de)

 

ROG: Werbespot für mehr Pressefreiheit

  • 7 Kommentare zum Artikel
  • Pff die einzigen Verbrecher sind die Chinesen .... Völker Mord usw ... was die sich rausnehmen ....

    Hirnblaehung am 04.05.2008 18:18
  • Hallo grüße alle einmal recht herzlich, wenn alle einmal ein bisschen weltgeschichte verstehen würden, dann würden nur die unverbesserlichen so reden, wie ich gerade gelesen habe. Ein so großes reich wie china, kann und darf einem volk nicht die freiheit zuerkennen, was sie ihrem restlichen volk nicht tut. Denn sonst wird genau das passieren, was damals mit jugoslavien passiert ist. ---------------- und dann herscht KRIEG ...

    floidfat am 05.05.2008 21:01

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