gulli: China: Grüne Aktivisten setzten sich für Mitspracherecht an Regierungsprozessen ein
13. April 2008

China Grüne Aktivisten setzten sich für Mitspracherecht an Regierungsprozessen ein

Menschenrechtsaktivisten und tibetanische Mönche haben schlechte Karten in China. Doch Naturschutzaktivisten dürfen ihren Tätigkeiten nachgehen. Sie versuchen sich für eine bessere Umwelt einzusetzen, oder alte Wandbestände im Schatten der Chinesischen Mauer zu erhalten und zu erneuern. Auch könnten sie einen graduellen Wandel in der Politik Chinas bewirken.

Im Gegensatz zu anderen politischen Bewegungen lässt die chinesische Regierung die grüne Bewegung agieren. Wen Bo, ein Aktivist der gegen Abholzung des Waldes Lobbyarbeit betreibt, sagte einem Reporter der BBC, dass sie nicht von der Regierung kontrolliert werden, sondern ihre eigenen Rechte hätten.

Mitglieder der grünen Bewegung würden mit der Regierung zusammenarbeiten. Sie setzen sich ein für mehr Mitspracherecht an Regierungsprozessen und Verbesserung des Umweltschutzes. Viele ihrer Ideen wie "Öffentliche Partizipation" würde auch in das Parteiprogramm der Kommunistischen Partei passen. Doch wenn es um Stärkung der Bürgerrechte oder sogar Demokratie geht, nimmt keiner der Aktivisten öffentlich Stellung. "Es wäre wie ein Ei gegen ein Stein zu werfen", sagte Wen Bo.

Größe und Organisation der grünen Bewegung in China ist nicht bekannt. Offizielle Statistiken behaupten, es gäbe über 2000 grüne NGOs. Eine inoffizielle Studie dagegen behauptet, es gäbe mehr als zwei Millionen informelle Gruppen, darunter auch viele Landwirte und Studenten. Wen Bo sagte, es kommt auch vor, dass man auf Geheimdienstmitarbeiter unter Freiwilligen trifft. Hin und wieder würde es zu Inhaftierungen kommen.

Die grüne Bewegung ist keine demokratische Bewegung, jedoch setzt sie sich für ein bürgerliches Mitspracherecht ein, beispielsweise bei der Gesetzgebung oder durch öffentliche Anhörungen zu bestimmten Themen. Dem Report von BBC News zufolge, sehen viele der grünen Aktivisten die Probleme nicht im politischen System, sondern in strukturellen Bedingungen. Auch der Westen ist für diese Probleme verantwortlich zu machen. Export von Waren und Massenkonsum würden verheerende Probleme für die Umwelt bringen. Der Westen würde diese Entwicklung durch Massenimporte antreiben.

An der Bewegung kritisiert wird, dass sie die Umwelt als Schutzgut höher einstufen als menschliche Arbeitskraft und dass sie Themen wie Armut übergehen würden.

( via BBC News )

 

 

 

  • 1 Kommentar zum Artikel
  • Natürlich ist es einfach – und auch wichtig – Kritik zu äußern, aber man sollte auch mal den Aspekt betrachten, daß es damit immerhin eine politische Gruppierung gibt, der man weitreichendere Rechte zugesteht als anderen. Das ist in Anbetracht der politischen Handhabe seit der Kulturresvolution durchaus ein Fortschritt, wenn auch ein bescheidener der weiter verfolgt werden muss. Und ehrlich betrachtet, ist Umweltschutz in China mindestens so ...

    Schattenspieler am 13.04.2008 21:14

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