Legislativen streiten sich darüber ob Filesharern der Zugang zum Netz verweigert werden darf, ISPs sollen zum Knecht der Content-Industrie verdonnert werden. Heftigste Diskussionen finden statt, während ein Provider in den USA seine Kunden seelenruhig darüber informiert, dass er in Zukunft ihr Surfverhalten aufzeichnen will.
Charter Communications, der viertgrößte Internetanbieter in den USA, verkündete seinen Kunden jüngst diese Hiobsbotschaft. Man wolle in Zukunft das gesamte Surfverhalten jedes einzelnen Breitbandnutzers aufzeichnen und analysieren, um zielgerichtet Werbung schalten zu können. Wer hier noch ruhig bleibt, darf sich auf den nächsten faux Pas gefasst machen. Die Daten werden natürlich nicht selbst ausgewertet und verarbeitet. Vielmehr gibt man diese an eine andere Firma, also Dritte, weiter. Diese haben sich auf Werbung spezialisiert und werden die Analyse der gesammelten Daten vornehmen. Ziel des Ganzen: Die Charter Kunden sollen während des Surfvorgangs scheinbar mit Werbung geplättet werden, die eben diesem entsprechen.
Ted Schremp, der Vizepräsident von Charter Communications, sieht das Ganze wesentlich entspannter.
"Wir haben unseren Kunden genauestens mitgeteilt, was wir vorhaben. Unsere Mitteilungen waren sehr fürsorglich verfasst und enthielten kein Kleingedrucktes."
Das mag sogar stimmen. Der Brief enthielt nur fünf essenzielle Punkte, einer davon sprach lediglich von einer "erweiterten Online-Erfahrung, die stärker auf ihre Interessen und Aktivitäten zugeschnitten ist. Das Ergebnis
unseres Projektes wird sein, dass Sie in Zukunft nicht mehr Werbung sehen, aber dafür auf Sie zugeschnittene, aufgrund der von Ihnen besuchten Seiten!"
Man möchte fast ein Loblied auf diese geniale Idee besingen. Aber halt. Wer hat eigentlich darum gebeten?
(Via New York Times, Bild via instant-thinking.de, thx!)
Warum darf der Kunde nicht selbst entscheiden, ob er sowas will oder nicht?
Zitat: Zitat von Johnnsen Denkst du das wird dafür nicht ausgenutzt werden? Was weiß ich, was die alles machen... Jedenfalls steht es nicht da