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27. Februar 2008

Change Congress Lawrence Lessig tritt doch nicht an

Wie Gulli bereits berichtete, dachte Creative Commons Vordenker Lawrence Lessig über eine Kandidatur im kalifornischen Congress nach. Vorgestern wurde bekannt, dass er sich gegen die Kandidatur entschieden hat. Als Hauptargument führt er an, dass er so gut wie keine Chance hat, in seinem Wahlkreis auch nur einen geringen Wahlerfolg zu erzielen. Die verbleibenden dreißig Tage bis zur Wahl würden nicht ausreichen, um ihn hinreichend bekannt zu machen.

Die Wähler im Wahlkreis kennen weder ihn, noch seine Idee rund um 'Change Congress'. Die Idee des 'Change Congress' ist auch nicht einfach in zwei Sätzen zu erklären. Grundsätzlich geht es darum, die Wirkungsweise des Geldes in Washington zu ändern. Darüber hinaus sei die Gegenkandidatin sehr stark, weil sie seit dreißig Jahren vor Ort politisch-öffentlich wirksam ist. Eine Niederlage in dieser Größenordnung würde der "Change Congress" Bewegung weniger nutzen als schaden. Auf seiner Wahl-Webseite Lessig08 argumentiert Lawrence Lessig in einem fünfminütigem Video, dass es mehr braucht um den Congress zu ändern als lediglich seine Kandidatur. Die Veränderung müsse vielmehr von unten kommen, sie müsse als Grasswurzel-Bewegung betrachtet werden.

Er zitiert in diesem Zusammenhang auch die beiden Präsidentschaftskandidaten der Demokraten Obama und Hillary Clinton. Die Spendengelder, die im Vorfeld von Lessigs Kandidatur gesammelt wurden, stehen vollständig der "Change Congress" Organisation zur Verfügung. Auf der Webseite der Organisation stehen momentan keine weiteren Informationen über ihre konkreten Ziele zur Verfügung.

Das politische Engagement von Lawrence Lessig ist mit seiner vorzeitig angebrochenen politischen Laufbahn nicht beendet. Mit der Bekanntgabe seines Rücktritts ist gleichzeitig die Aufforderung verbunden, den Congress mit bürgerlichen Mitteln nicht von innen heraus, sondern "von außen" zu verändern. Auch sind innerhalb kurzer Zeit Spendengelder zusammengetragen worden.

Vielleicht handelt es sich bei Lessigs Kandidatur sogar um einen besonders cleveren Schachzug: so hat seine Ankündigung in den Congress einzuziehen für große Aufmerksamkeit gesorgt. Der Gründer der Creative Commons-Bewegung ist im bürgerschaftlichem Engagement möglicherweise auch wesentlich besser aufgehoben als auf der Bühne der Politik. (Autor: 020200)

Lawrence Lessig: 10 minutes to announce two ideas

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