CD-Verkaufszahlen steigen wieder gemeinsam mit den Filesharingraten
p2p doch die bessere Werbeform?
Im vergangenen Jahr stiegen die US-Verkaufszahlen für CDs nach einigen Jahren der Umsatzeinbußen wieder - und die Erklärungen der Musikkonzerne dafür bleiben aus. Während die Verluste der vergangenen Jahre mit den Problemen Filesharing, Filesharing und Filesharing erklärt wurden, erzeugt der jetzige Wiederanstieg Erklärungsnöte. Eine bessere Qualität der veröffentlichen Musik scheidet nach kurzem Chartshören als Grund eindeutig aus. Dass die Labels wieder ein wenig jenseits des Mainstreams ihre Stärken wiederentdecken, wurde vor kurzem ebenfalls widerlegt, und dass die Kriminalisierungskampagnen der Musikindustrie einen Effekt auf die Tauschbörsen hatte, kann ebenfalls ausgeschlossen werden - die Zahl der Filesharer stieg entgegen anderslautender Studien nach Angaben von BigChampagne zwischen Januar und November 2004 um über 2 Millionen.
In einem Kommentar macht Richard Menta durchaus den Werbeeffekt durch die Tauschbörsen für das Anziehen der Verkaufszahlen verantwortlich - Filesharing fördert den Musikverkauf. Man mag anführen, die parallel fallende Storchenpopulation in Deutschland und die ebenfalls sinkende Geburtenquote belegen ja nicht, dass der Storch die Kinder bringt: ebensowenig sagen steigende Verkäufe und steigende Tauschbörsennutzung etwas über einen Zusammenhang zwischen Verkauf und Tauschbörsen aus. Für einzelne Künstler wie die von ihm angeführten Radiohead mag das jedoch durchaus zutreffen. Dass Künstler mehr und mehr Tauschbörsen als alternative Werbeplattform zu den mainstreamverseuchten Musiksendern entdecken, kommt dazu. Am treffendsten scheint jedoch die Annahme zu sein, dass die Tauschbörsen den Menschen wieder einen neuen Zugang zur Musik gegeben haben - als etwas, was man sucht und findet, auch unter realem oder nur angenommenem Risiko - dass Musik etwas ist, woran man sein Herz hängt und nichts, was zwischen Klingeltönen und Antipickelpads vermarktet wird. So schaffen die Tauschbörsen vielleicht gerade eine neue Hörergeneration, die sich von ihrer Lieblingsmusik auch weiterhin gerne den Digipack ins Regal stellen mag - wenn der Inhalt auch im Auto und dem Rechner abzuspielen ist.