Diskussionen über den sogenannten "Bundestrojaner" fielen in letzter Zeit wiederholt durch das gebetsmühlenartige Wiederholungen diverser angeblicher Bedrohungslagen, Phrasendrescherei und technische, nun, Ungenauigkeit auf. Klartext gibt es um 22 Uhr auf die Ohren: der Chaos Computer Club hat den Bundestrojaner zum Thema der heutigen Chaosradiosendung auf Radio Fritz gemacht.
Heute Abend um 22 Uhr berichten Frank Rieger, Constanze Kurz und Andreas Bogk im Chaosradio über den aktuell heiß diskutierten Bundestrojaner. Livestreams und Podcast werden geboten, mitmachen ist erlaubt. Constanze Kurz war bereits beim grünen Fachgespräch zum Bürgerrechtsschutz vor Ort und durfte sich unter anderem mit BKA-Chef Jörg "Bundestrojaner" Ziercke auseinandersetzen.
"Chaosradio beleuchtet die technischen und rechtlichen Hintergründe, mögliche Abwehrmaßnahmen und wirft einen Blick in andere Länder, wo solches staatliches Cracking schon angewendet wird. Dabei werden wir versuchen, die häufigsten Fragen zum Thema zu beantworten: Was unterscheidet eigentlich die Online-Durchsuchung von einer normalen Hausdurchsuchung? Wie kann ich mich schützen? Hilft da mein Virenscanner? Hilft es, die Festplatte zu verschlüsseln? Sind freie Betriebssysteme gegen den Bundestrojaner immun?"
So die Ankündigung des CCC für die Sendung, in der auf Klartext zum Thema gehofft werden kann. Das vorangegangene grünen Fachgespräch zum Bürgerrechtsschutz verlief nicht in jeder Beziehung aufklärend: "Buzzword-Bingo" nannte Netzpolitik große Teile der Rede des Bundestrojaner-Verfechters Jörg Ziercke:
"Zuerst eine Aufzählung sämtlicher Anschläge, die in den Medien der Al-Quaida zugeordnet werden (Bali, Madrid, "Koffer-Bomber von Köln", etc.) Der "virtuelle Jihad ist aus Sicht der Al Quaida weltweit realisiert", auch bei der Tatplanung spiele das Netz eine Rolle, man könne sich im Netz über Sprengvorrichtungen informieren und Bombenanleitungen finden, etc. Das toppte noch alle Pressemeldungen von Pan Amp. ... Es ging weiter um den Bundestrojaner. "Die Software, die wir nutzen wollen, ist keine Schadsoftware, kein Bundestrojaner, nein, die haben eine Steuerungskomponente, um sie auszuschalten."
Widersprüche wie die Feststellung Zierckes, "Das BKA wird keine Schadsoftware in Umlauf bringen – um das konkret zu sagen" und der Beschreibung der geplanten "Features" der Software ("Die spezielle Software müsse ein Datum für Selbstauflösung haben ... das ist mit Software möglich") werden vom CCC hoffentlich etwas genauer betrachtet und aufgeklärt. Wer sich bis zum Sendetermin ein Bild vom aktuellen Stand der Dinge machen will, dem seien neben diversen Berichten auf gulli.com auch die einiges entlarvende Live-Zusammenfassung des grünen Fachgesprächs auf netzpolitik ans Herz gelegt.
... Wie ich eben grad auf Gulli.com gelesen habe bringt der CCC heute abend einen Radiobeitrag zum Thema Bundestrojaner. Den Beitrag dazu bekommt ihr Hier und die Livestreams könnt ihr hier sehen. Viel Spass beim hören. ...
Zitat: Zitat von Monty Ich konnte leider gestern nur die erste Hälfte hören, aber die war recht interessant. Interessant fand ich den Anrufer, welcher sich fast eine halbe Stunde lang um Kopf und Kragen geredet hat (er war für die Einführung eines "Bundestrojaners"). Ich fand den eigentlich ganz ok. Das wirkte komisch, weil die aroganten Pseudo-Bürgerrechtler vom Chaosradio den nicht ein mal ...
eigentlich hat doch son Bundestrojaner auch Vorteile: hätte es den schon vor ein paar Jahren gegeben, wäre Schräuble heute kein Innenminister ... aber wahrscheinlich schreiben die ins Gesetz dass Politiker-PCs nicht durchschnüffelt werden dürfen