gulli: Bundeskriminalamt rät: eigenes Betriebssystem für Onlinebanking

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01. November 2008

Bundeskriminalamt rät eigenes Betriebssystem für Onlinebanking

Gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) hat das Bundeskriminalamt die Empfehlung ausgesprochen, man solle für Onlinebanking-Geschäfte extra ein eigens dafür eingerichtetes Betriebssystem nutzen. Grund dafür sind die immer raffinierter werdenden Methoden der Datendiebe und Betrüger. Die Vorratsdatenspeicherung sei die einzige Möglichkeit, bei Delikten dieser Art zu ermitteln.

Der Chef des Bundeskriminalamts (BKA) Jörg Ziercke gab folgende Empfehlung: "Am besten benutzen Sie zwei voneinander getrennte Betriebssysteme - eines fürs Online-Banking und ein anderes fürs Surfen." Die Begründung sei, dass die Methoden der Verbrecher immer raffinierter werden, Schadsoftware auf fremden Rechnern einzubringen. In diesem Zusammenhang soll man auch darauf achten, dass man beim Geldabheben den Türöffner mit einer anderen Karte bedient, als derjenigen, mit welcher man tatsächlich Geld abhebt. Die Trennung von Betriebssystemen soll zusätzliche Sicherheit schaffen und das Risiko der Infizierung verringern (siehe hierzu zum Beispiel auch Konzepte wie den Banking Browser 2008). Nach der Aussage von Ziercke würde es schon genügen, wenn mutmaßliche Täter E-Mails mitlesen. Bei einer E-Mail-Bestätigung von einer Reisereservierung wüssten die Täter, wann eine gute Zeit zum Einbrechen sei.

Indizierte TAN-Listen, wie es derzeitig bei Online-Bankgeschäften üblich ist, würden den Kriminellen zwar ihr Vorgehen erschweren, es aber nicht unterbinden. Ziercke sagte weiter, dass die Vorratsdatenspeicherung für die Polizeiarbeit in solchen Fällen unabdingbar sei. "Die IP-Adresse ist oftmals die einzige Spur zu den Tätern. Wenn die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht Erfolg hat und wir diese Daten nicht mehr bekommen könnten, wäre das für unsere Arbeit auf diesem Kriminalitätsfeld das Ende." (020200)

(via Futurezone, Heise, thx!)

  • wenn das heute morgen in der zeitung stand sassen bestimmt tausende deutsche am fruehstueckstisch und haben brav mit dem kopf genickt: "ja ja wir brauchen eine vorratsdatenspeicherung, die ist wichtig fuer unsere eigene sicherheit" was ein bullshit das ist, als ob provider vorher nicht speichern mussten.

    shirker am 02.11.2008 22:31
  • Es ist wirklich unglaublich, mit welchen Lügen uns Schäuble, Ziercke und Co. die VDS verkaufen wollen. Es ist jetzt schon absehbar, daß die VDS für alles herhalten werden muss, aber nicht für "schwere Straftaten" Und bitte: ...wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten, Hr. Ziercke, gell...

    freddie404 am 03.11.2008 12:46
  • Zitat: Zitat von freddie404  Es ist jetzt schon absehbar, daß die VDS für alles herhalten werden muss, aber nicht für "schwere Straftaten" Zur Not wird wieder das Totschlag-"Argument" Kinderpornographie ausgepackt. Damit lässt sich im Internet-Bereich einfach Alles "belastbar begründen" sobald es um "unser aller Wohl und Sicherheit" geht. Warum schafft man nicht einfach direkt das komplette ...

  • Am0kk rät: eigenes Betriebssystem für Online gehen! Linux auf dem USB-Stick installieren und diesen dann zum Surfen benutzen. Dann hat noch nicht mal der Schäubletrojaner was davon. (Aber wie ein Vorredner schon anmerkte, wäre es von der CD zu booten besser, da diese schreibgeschützt sind). So long. -FTW-

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