Bereits mit seinem Segen zur - gesetzeswidrigen - Speicherung von Verbindungsdaten durch die T-Com für sieben Tage hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, für Irritation gesorgt. Auf einem Workshop zu "Trusted Computing" in Bad Godesberg sprach sich der Datenschützer nun für den Einsatz von TPM-Chips auf Computern aus. Die Integration der "Trusted Computing Module" solle aber "datenschutzfreundlich gestaltet" werden.
Das virtuelle Datenschutzbüro zitiert Schaar mit den Worten:
"Trusted Computing (TC) soll zur Gewährleistung des Urheberrechts beitragen. TC kann auch sicherstellen, dass keine virenverseuchte Software und keine Trojaner die Vertrauenswürdigkeit der Datenverarbeitung beeinträchtigen. Es kann damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der IT-Sicherheit leisten. TC-Systeme müssen datenschutzgerecht gestaltet werden und dürfen nicht mit verstärkter Nutzerüberwachung einhergehen oder Hintertüren für heimliche Zugriffe enthalten. Die Programme sollten so gestaltet werden, dass die Sicherheit und die Integrität eines IT-Systems - etwa bei der Nutzung digitaler Inhalte - auch offline möglich ist, also ohne Registrierung auf irgendwelchen Servern. Ansonsten würde das Nutzungsverhalten weitgehend registrierbar, etwa das Hochfahren von Computern oder das Ausführen von Programmen. Zudem würden die mit derartigen Prozessen verbundenen Kommunikationsvorgänge damit auch bei den Internet-Zugangsprovidern erfasst. Dieses Problem würde sich durch die geplante Vorratsdatenspeicherung von Internetdaten noch verschärfen."
Nun stellt sich die Frage, warum Schaar bei diesen Forderungen nach einer "datenschutzfreundlichen Gestaltung" von TC ausgerechnet den hartverlöteten TPM-Chips hofiert. Seit Beginn der Debatte um TPM waren die Pläne des TCPA-Konsortiums, später in TCG umbenannt, heftig umstritten. Einer der Hauptkritikpunkte: dem User würde keine Wahl mehr gelassen, ob er eine entsprechende Hardware überhaupt auf seinem System haben will, damit wird Misstrauen gegen die eigene Maschine erzeugt.
Die Alternativen: Authentifizierungs- und Signierungstechniken, wie sie von der TCG vorgesehen sind, nur umgesetzt mit einer Smartcard-Lösung - damit hätte der User permanent die Möglichkeit, die hardwarebasierte Sicherheitstechnologie einzusetzen oder es bleiben zu lassen.
Damit redet Schaar einmal mehr der Industrie nach dem Mund, was bereits im Fall der fortgesetzten IP-Speicherung bei der T-Com für Protest sorgte. Eine irritierende Entwicklung bei einem Datenschützer, der bislang durch eine differenzierte und kritische Sicht auf die Dinge von sich reden machte - wenngleich angesichts der Überwachungs- und Kontrollfetischisten in der Regierungskoalition sein Handeln von wenig Erfolg gekrönt war.
Zitat: Zitat von Lord_Alamut Warum ist dann die einzige stelle bei der du dich aufs topic beziehst mein Schil(y)l verschreiber? Wieder nicht alles gelesen? Zitat: Zitat von Ich Grundsätzlich ist TPM auch wirklich ne sinnvolle Sache- allerdings sollte jeder die Freiheit haben zu entscheiden ob er es nutzen möchte oder nicht! Wenn jemand Peter Schaar deshalb vorwerfen möchte ...
oh mann :"...preis der sicherheit..." wo kann ich soetwas kaufen und wie teuer ist sowas ?! schliesslich ist deutschland doch ein sicherheitsstaat...
Zitat: Zitat von Lord_Alamut Ich habe dem typen noch nie getraut. Kann mich auch nicht wirklich an einen relevanten eingriff in die privatsphäre erinnern den der verhindert hat. Kurze leine und augenwischerei. Aber sein titel klingt ja gut. Ja ja - in diesen "Kreisen" wo er sich bewegt spielt man zusammen Golf oder Tennis trifft sich abends in der Hotelbar nach einer Konferenz und ...
Zitat: Zitat von ItaloGerman Solange noch manchmal dabei was Gutes im Sinne von Datenschutz herauskommt ist es auch OK ! Mir wärs lieber wenn manchmal was nicht klappen würde und meistens richtige entscheidungen getroffen worden wären. Das wäre OK. Es ist ja nicht so als ob wir uns auf noch jemanden verlassen könnten wenn es um überwachung geht. Ausser man hat genug geld/seit für eine endlosklage.