gulli: Bulgarien: Close einer Pay-Torrentsite wird gefeiert
30. Mai 2006

Bulgarien Close einer Pay-Torrentsite wird gefeiert

Paysites haben es immer ein wenig schwerer, vor allem in EU-Beitrittsländern, die ein entschiedenes Vorgehen gegen die "Piraterie" inszenieren müssen, um sich die künftigen europäischen Kollegen gewogen zu machen. Insofern ist der Close der bulgarischen arenabg.com wenig erstaunlich, spannender indessen, was darüber berichtet wird.

Umgerechnet knapp zwei Euro kostete der Zugriff auf die Site im Monat - erstaunlich für einen Torrenttracker, die in der Regel kostenlos im Netz erreichbar sind oder allenfalls per Ratio den freien Zugang begrenzen auf User, die auch entsprechenden Upstream bieten.

Für "20 Millionen Songs und Hunderte von Filmen" boten die Betreiber Downloadlinks an. Beschlagnahmnt wurden "ein Computersystem mit 500 GB Festplattenspeicher, ein Routersystem, ein Laptop, 3 Festplatten und über 200 CDs mit illegal aufgenommenen Filmen", so die Nachrichtenagentur Sofia. Die beiden Festgenommenen betrieben ein "high-speed network", um von ausländischen Seiten neue Songs und Filme zu laden. Was vermutlich alles zwischen DSL-Leitung und Kabelanschluss bedeuten kann. Gegen Kaution kamen die Betreiber inzwischen vorläufig frei.

"Diese Leute sind unter den größten europäischen Internetpiraten. Wir reden hier von großen Verlusten.", zitiert c|net die Sprecherin der Ermittler in Sofia, Liliana Yosifova. Was getrost bezweifelt werden kann, das Motiv der groß inszenierten Erfolgsmeldung dürfte woanders liegen: wenn Biulgarien nicht größere Fortschritte im Schutz "geistigen Eigentums" vorweisen kann, wird der Beitrittstermin zur EU auf frühestens 2008 verschoben.

Entsprechend trocken kommentiert der Inquirer:

"Ironischerweise wurde der Bust von der Einheit gegen Organisierte Kriminalität durchgeführt, einer Polizeiabteilung, die ihren Aufgabenbereich weitgehend verlassen hat und die größeren Mafiabosse des Landes auf freiem Fuß belässt. Der jetzige Bust umfasst einige größere Sites nicht, die wiederum den meisten Menschen in Bulgarien bekannt sind.
Noch wurden die Weiterverkäufer belangt, die recht offen kopierte CDs und DVDs im Stadtzentrum verkaufen. Aber diese haben vielleicht einfach nur den richtigen Leuten die richtigen Geldbeträge zukommen lassen."

  • 5 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von kurzweil12 na, wenn bulgarien mal keine grösseren probleme hat... du sagst es

  • Von der Seite habe ich noch nie was gehört und auch allgemein was pay Torrentsites noch nie. Tracker gibs es doch genug im Web und ide sind eigendlich kostenlos oder mit Ratio System wie oben schon beschrieben. Aber ich denke mal dort werden nicht gerade viele sich angemeldet haben oder veilllicht doch, wenn sie auf die Anoymität des Trackers gehofft haben.

    BLooDMooN am 30.05.2006 18:31
  • Alles relativ wie Einstein schon erkannte. Ich denke man sollte sich davor hüten Parallelen zwischen Bulgarien und Deutschland zu ziehen. Zwischen unseren Ländern liegen ja bekanntlich Welten. In einem von Korruption (kommt dieses Wort von unserem "Korrupt", wer hat erfunden ... ) geplagten Land und wo Sie noch an die Teufelsaustreibung glauben, haben die wirklich andere Probleme zu lösen! In diesen Ländern kann man noch relativ ...

    CaptnCook am 31.05.2006 10:00
  • Das war ein furz , in der Geschichte...............

    vagelis138asm am 01.06.2006 00:02

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