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28. August 2006
Buchrezension "Freax - The Art Album"Es ist jetzt genau ein Jahr seit der Veröffentlichung der englischsprachigen Szenedokumentation "Freax - the brief history of the computer demoscene" ins Land gegangen. Im ersten Teil des Buches wurde die Entwicklung der C64 & Amiga Szene beschrieben. Um die Zeit bis zur Herausgabe des zweiten Teiles zu überbrücken, hat der ungarische Autor Tamás Polgár, besser bekannt als Tomcat von der in Polen beheimateten Gruppe Madwizards jetzt "The Art Album" mit unzähligen Illustrationen von Szenegrafikern veröffentlicht. Wir haben das Werk druckfrisch unter die Lupe genommen.
Aktuell arbeitet man an einer verbesserten Version des Erstlingswerkes, welches im Herbst 2006 erhältlich sein soll. Kurze Zeit später will der auf Retrocomputing spezialisierte CSW Verlag die deutschsprachige Übersetzung präsentieren. Mit dem Erwerb von "The Art Album" können sich außen Stehende im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild, besser gesagt unzählige Bilder vom Potenzial der Computerszene machen. Auch wenn man keine Vorstellung vom Aufwand, der speziell von Graphikern älterer Computerserien betrieben wurde hat. Es macht einfach Spaß durch die übersichtlich gestalteten DIN-A4 Seiten dieses Buches zu blättern. Was heute unter Mithilfe von Photoshop oder ähnlichen Programmen möglich ist, ging damals nicht und wäre auch im höchsten Masse verpönt gewesen. Kann man sich heutzutage mit etwas Geschick dank der unzähligen Filter und Funktionen moderner Malprogramme ein gut aussehendes Bild zurechtschustern, so verbrachten die Maler früher Wochen und Monate mit der Erstellung ihrer Werke. Punktgenau wurde das Bild unter die Lupe genommen und Pixel für Pixel gesetzt. Noch heute wünschen sich viele die alten Tage zurück, wo die heutige Pfuscherei und zahlreiche Manipulationen von Fotos, die wie gemalt aussehen sollen, schlichtweg unmöglich waren.
Natürlich fällt kritischen Betrachtern die Tatsache früher oder später ins Auge, dass die meist männlichen Maler sich thematisch schon recht häufig und in zahlreichen Variationen dem weiblichen Geschlecht, mehr oder weniger dünn bekleidet, gewidmet haben. Das soll aber nicht darauf schließen lassen, dass man in diesem Buch lediglich nackte Tatsachen vorfinden würde. Die Motive sind genauso unterschiedlich und variationsreich wie die Menschen, die sie erschaffen haben. Diese Computerkunst ist sehr faszinierend, auch wenn sie nie den Sprung aus dem Untergrunddasein geschafft hat. Und überhaupt, irgendwie ist man nie fertig mit dem Durchblättern durch die Galerie der C64, Amiga, Atari, ZX Spectrum, Amstrad CPC und PC Grafiken. Jedes Mal gibt es wieder etwas Neues zu entdecken, was einem vormals nicht aufgefallen war. Wer sich ohne langes Schmökern von diesem Thema anstecken lassen möchte, ist mit dem Erwerb dieses wunderschönen Buches bestens beraten. In Anbetracht der qualitativ hochwertigen Gestaltung und der liebevollen Auswahl der Motive erscheinen die 29,90 Euro mehr als gerechtfertigt. Verwandte News
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