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03. Juli 2007

BSA sucht wieder Denunzianten Bis zu einer Million Belohnung für angeschwärzte Firmen

Die Business Software Alliance läßt es sich gelegentlich eine schöne Summe Geld kosten, wenn Mitarbeiter unlizensierten Softwareeinsatz in ihrem Unternehmen verpetzen. Kein Wunder, hat man mit dem Denunziantenprogramm seit 2005 fast 22 Millionen Dollar an Vergleichen und Entschädigungen eingenommen. Mit 100.000 Dollar wurden für lange Zeit in den USA die höchsten Prämien für die Denunzianten ausgelobt, die doppelte Summe gibt es seit letztem Jahr.

Eine Ausnahme soll nun die fünfmal höhere Prämie sein, die von der BSA für das "saftigste" Copyrightvergehen an Firmenarbeitsplätzen ausgelobt wird. Zuzüglich zur Verunsicherung durch die potentiellen Denunzianten setzt die BSA auf Angst vor Strafen und das übliche Spiel vom Schadenssummen erfinden. Maximal 150.000 Dollar Strafe für den Einsatz unlizensierter Software in Unternehmen klingt vergleichsweise moderat - man erinnere sich an die 7.500 Dollar, die ein einziger verbreiteter mp3-Track an Schadensersatz kosten soll. Auf der anderen Seite sind die sieben Milliarden Dollar, die Softwarepiraterie in Unternehmen allein letztes Jahr in den USA gekostet haben soll, in gewohnt irrsinnigen Bereichen angesiedelt.

Der "Piraterie-Jackpot" ist nicht die erste Aktion dieser Art, mit der die Business Software Alliance im Kampf gegen die Piraterie bezahlte Mitstreiter gewinnen will. Publikumswirksam wurden entsprechende Spitzenprämien in Großbritannien bereits im letzten Jahr externer Link in neuem Fenster folgtverdoppelt, auch in Australien legte man externer Link in neuem Fenster folgtdrauf, auch wenn die Belohnungen dort noch in moderaten Regionen angesiedelt sind. Spitzenreiter sind immer noch die USA, wo die BSA auf bis 2006 ausgelobte Prämien in Höhe von 100.000 Dollar externer Link in neuem Fenster folgtnochmal soviel drauflegte.

Aber während die BSA solche Aktionen in der Regel mit großem Trara verkündet, gibt man sich ungewohnt schweigsam, sollen tatsächlich einmal Belohnungen gezahlt werden. Trotz der riesigen Summen an potentiellen Preisen und der viel beschworenen, zahlreichen Erfolge gab die BSA bislang nur einmal bekannt, tatsächlich Denunzianten bezahlt zu haben: drei Personen, die sich eine Prämie von schlappen 15.000 Dollar teilen durften.

Denn ob und was ausgezahlt wird und wer davon erfährt, ist alleinige Sache der BSA. Angenommen wird, dass die Preisgelder in direktem Zusammenhang mit den Vergleichszahlungen stehen, welche die verpfiffenen Unternehmen an die BSA zahlen. Es sei ohnehin nicht vorgesehen, dass Belohnungen von der BSA überhaupt bekanntgegeben werden, so die BSA gegenüber externer Link in neuem Fenster folgtc|net.

Was den Verband in eine beneidenswerte Position bringt. Ankündigen kann man immer neue Rekordsummen - was hingegen faktisch bezahlt wird und welche Unternehmen wegen welcher Lizenzverstöße nun belangt wurden, darüber kann man sich ausschweigen.

  • 5 Kommentare zum Artikel
  • Die großen Softwarehersteller sagen, es sei unmoralisch, eine Schwarzkopie zu benutzen. Die großen Softwarehersteller geben Leuten Geld dafür, dass sie in die Hand, die sie füttert, beißen. Paradox, irgendwie.

    da n00b am 03.07.2007 16:54
  • Zitat: Zitat von gulli:news [b]Die Business Software Alliance läßt es sich gelegentlich eine schöne Summe Geld kosten, wenn Mitarbeiter unlizensierten Softwareeinsatz in ihrem Unternehmen verpetzen. Kein Wunder, hat man mit dem Denunziantenprogramm seit 2005 fast 22 Millionen Dollar an Vergleichen und Entschädigungen eingenommen. Mit 100.000 Dollar wurden für lange Zeit in den USA die höchsten Prämien für die ...

    Gravenreuth am 04.07.2007 10:15
  • Zitat: Zitat von Gravenreuth Absolut legal. Nur wenn jemand Infos liefert, die nicht stimmen, dann hat er ein Problem. Sprechen Sie da aus Erfahrung? Sollen wir daraus entnehmen, Sie liefern des öfteren Informationen, die nicht stimmen?

    fettes_Aspirin am 04.07.2007 10:49
  • Die BSA geht da auf Nummer sicher. Die verlangen von den Verrätern Snapshots der nicht lizenzierten Software. Oder Anzahl Server im Betrieb, Fotos etc. und vergleichen sie zusammen mit den Daten der Softwareherstellern. Z.B. Wieviele Lizenzen fehlen. Da man sich nicht bei jeder Software registrieren muss, geht dieser Vergleich auch eher bei Software mit Dongle oder wo eine Registrierung mit name Pflicht ist, wie z.B. Autodesk Produkte ...

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