gulli: BREIN Revolutions: Demonoid.com offline
27. Juni 2007

BREIN Revolutions Demonoid.com offline

Die holländische Anti-Piraten Organisation BREIN hat nach dem Runterfahren der BitTorrent-Seite Everlasting.nu jetzt das nächste Filesharing Portal Demonoid ins Auge gefasst, welches ebenfalls von der Firma Leaseweb betreut wird. Vorgestern hieß von Seiten von Demonoid noch, man hätte einen Plattencrash und das Backup müsste lediglich wieder aufgespielt werden.

Offensichtlich ist die Downtime weniger ein Hardwareproblem. Es ist anzunehmen, die Administratoren von Demonoid.com sind auf der Suche nach einer anderen Location in einem anderen Land, von der man sich mehr Abgeschiedenheit verspricht. Tim Kuik von BREIN spricht von einem Versteckspiel. Er will Leaseweb dazu bewegen, diese und andere Seiten offline zu nehmen. Erst letzte Woche hatte die Organisation "Bescherming Rechten Entertainment Industrie Nederland" (BREIN) per Gerichtsurteil den gleichen Provider dazu gezwungen, die Pforten der weniger relevanten BitTorrent-Trackerseite Everlasting.nu zu schließen. Wird es den global Playern Torrentspy und BTjunkie bald genauso ergehen? Nahezu 94% der .torrent Files auf Demonoid enthalten einer Statistik zufolge urheberrechtlich geschütztes Material. Auch wenn diese Files an sich legal sind, weisen sie doch fast ausschließlich auf illegale Inhalte hin. BREIN wird wahrscheinlich auch in künftigen Verfahren weniger Probleme damit haben, die Richter von dieser Tatsache zu überzeugen.

Es ist abzuwarten wie die externer Link in neuem Fenster folgtSearching Umlimited LTD mit dieser Sachlage umgehen wird. Dem Unternehmen gehören die Seiten Bushtorrent, Demonoid, MyBittorrent, Fenopy, Snarf-it, Torrentportal und Torrentreactor an. Unklar auch inwiefern die Demonoid, BitTorrent, Trackerseite, Napster, Mp3ursprünglichen Firmenziele verfolgt werden konnten. Man wollte Medien via Torrents vertreiben. Qualitativ hochwertige Files sollten von den Kunden dementsprechend auf Zeit gemietet oder komplett gekauft werden. Den Rest wollte man werbefinanziert für umsonst anbieten. Von BREIN sind auch zukünftig verstärkt Aktionen in dieser Richtung zu erwarten, man will versuchen das Hosting solcher Seiten in den Niederlanden grundsätzlich riskanter zu gestalten. Schon im externer Link in neuem Fenster folgtOktober 2005 hatte man angekündigt, man wolle gleich "Dutzende" Torrentracker ins Visier nehmen.

externer Link in neuem Fenster folgtThe Register berichtete kürzlich, in den USA würde die MPAA erfolgreich mit Klagen die Betreiber von TorrentSpy und isoHunt zu einem Content Filter drängen. FileRights ist eine von der Content-Industrie gefütterte Datenbank von kommerziellen Filmtiteln, mit der rechtlich geschütztes Material von den Firmen eigenhändig vom Index der BitTorrent-Seiten genommen werden kann. Einerseits hofft man bei TorrentSpy mit der Einführung eines solchen Systems beim Amtsgericht zu punkten, andererseits stehen auch genügend Möglichkeiten zur Verfügung, die Filme ohne viel Aufwand geringfügig zu modifizieren, um sie wieder per .torrent anbieten zu können.

Bei der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen der RIAA und Napster, der Mutter aller Tauschbörsen, versuchte man es mit ganz ähnlichen Mitteln. Die Richter wollten sich aber damals nicht darauf einlassen. Man verlangte vor einem Relaunch die Beweisführung der Betreiber, dass man zu BREIN, Musiktauschbörse, Napster, Torrent, Bittorrent, Trackerseitekeinen illegalen Files mehr Zugang erhalten kann. Als endgültige Konsequenz wurde aus der Tauschbörse später der Online-Musikdienst Napster 2.0. Die Firma hat heute außer dem Namen und dem Logo praktisch keine Gemeinsamkeiten mehr mit der ehemaligen Musiktauschbörse. Demonoid & Co. bleiben im Prinzip nur zwei Möglichkeiten zur Wahl: Emigration ins Ausland oder die Wandlung des eigenen Dienstes zu einem kommerziellen Anbieter.

  • 4 Kommentare zum Artikel
  • Schade um Demonoid. Die Auswahl an Mac-Torrents war dort sehr groß.

    iMember am 28.06.2007 14:23
  • Hmm, also JETZT sind sie wieder online bastla

  • Mhhhh, so wie ich sehe, ist Demonoid gar nicht zu erreichen Oder sind die am aufbauen ?

    music-anderson am 25.09.2007 21:57
  • Es sieht so aus, als ob der Umzug nach Kanada nicht wirklich was gebracht hat. TorrentFreak meldet... (unbestätigtes Gerücht!) Spoiler: ...dass der kanadische ISP von Demonoid auf Drängen der CRIA (der kanadischen Musikindustrie) den Stecker gezogen hat Schon erstaunlich, welche Macht die Musikindustrie weltweit besitzt, wenn man bedenkt, wie unwichtig sie im Grunde genommen ist.

Suche

RSS

AKTION

Wir haben bezahlt!

Napping

Das Beste von gulli auch auf deiner Seite?
Newsfeed abonnieren  news feed
Suche auf deiner Seite  suchbox
Banner und Buttons  banner & buttons

Support

Rettet das Internet

Piratenpartei Österreich

Piratenpartei Deutschland

© COPYRIGHT 2006 GULLI.COM