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07. Mai 2007

Brasilien klaut geistiges Eigentum und rettet Leben

In Brasilien wurde ein Aids-Medikament zwangslizensiert. AIDS-Patienten können so besser behandelt werden, die UNO bezeichnet das Aidsprogramm als vorbildlich. Die US-Handelskammer bezeichnete den Patentbruch als einen großen "Schritt rückwärts" und behauptete, er werde Investoren verschrecken. Dass wegen geistiger Eigentumsrechte gestorben wird, obgleich es vermeidbar wäre, wird damit einmal mehr belegt.

Vergangenen Freitag wurde in Brasilien eine Verordnung unterschrieben, die erlaubt, dass das Arzneimittel Stocrin des US-Konzerns Merck Sharp und Dohme mit dem Wirkstoff Efavirenz durch ein Nachahmerpräparat ersetzt werden kann. Brasilien wird das Generika aus Indien importieren, so Gesundheitsminister José Gomes Temporão.

Statt 1,10 Dollar pro Wirkstoffkapsel kostet das Medikament 44 US-Cent pro Kapsel. So günstig können lebensrettende Medikamente hergestellt werden - auf der anderen Seite wird klar, dass Unternehmen wegen lukrativer Gewinnspannen das Sterben tausender Aidskranker in Kauf nehmen. 

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bezeichnete die Preispolitik Mercks laut der taz als "Respektlosigkeit" gegenüber brasilianischen Aids-Kranken. In Zukunft könnten auch andere Medikamente zwangslizenziert werden.

Die WHO sieht Brasilien hingegen zur Zwangslizenzierung berechtigt. Der Patentbruch wird dort ausdrücklich begrüßt, der Einsatz günstiger Generika in Entwicklungsländern gefordert.

  • 30 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von braegler Und glaubst Du im Ernst, dass eine staatlich geführte Institution billiger wäre als eine kommerzielle? Die Institution ansich vl. nicht unbedingt, aber die produkte daraus aufjedenfall. Ich finde einfach das gewisse bereiche nicht von gewinnorientierten unternehmen übernommen werden sollten. Zb. die Wasser- und Stromversorgung, infrastruktur generell und eben auch nicht ...

  • Bei der Infrastruktur geb ich Dir völlig recht. Nur ist die Pharmaforschung bei weitem nicht vergleichbar. Zitat: aber die produkte daraus aufjedenfall. Und genau das ist ein Trugschluss. Die Hauptkosten eines Medis kommen aus der Produktion, dann kommt die Forschung und erst dann kommt der Gewinn des Herstellers. Du wirst fast kein Medikament finden, welches eine größere Gewinnspanne als 25 % ...

    braegler am 09.05.2007 08:10
  • Zitat: Zitat von Jupp_Schmitz Ach Nein, schließlich findet sich ja in Ihrem Stammbaum auch ein anderer ausgewiesener Afrika-Experte... Ein Feigling war er zumindest nicht, wenn man diesen Bericht liest. Von ihm habe ich ein Bild im Büro hängen.

    Gravenreuth am 09.05.2007 12:26
  • Zitat: Zitat von Gravenreuth Ein Feigling war er zumindest nicht, wenn man diesen Bericht liest. Von ihm habe ich ein Bild im Büro hängen. Nur mal so ganz allgemein gesprochen: ... lieber ein anonymer Feigling als ein bekannter Krimineller ... SCNR

    Jupp_Schmitz am 09.05.2007 13:22
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