gulli: Botnetz-Teenie: US-Militärrechner zu Spamschleudern - nach Geständnis droht Knast
12. Februar 2008

Botnetz-Teenie US-Militärrechner zu Spamschleudern - nach Geständnis droht Knast

Für schuldig bekannte sich ein jugendlicher Botnetz-Betreiber, der über 400.000 Rechner unter seine Kontrolle gebracht hatte. Pikant macht die Affäre, dass unter den Zombie-Rechnern auch solche des US-Militärs waren: Computer der Defense Information Security Agency waren unter Kontrolle des Jugendlichen. Das Schuldbekenntnis ist Teil eines möglichen Vergleichs, der ein Jahr bis 18 Monate Haft vorsieht.

Was immer noch viel ist angesichts der Tatsache, dass der Botnetzbetreiber zum Tatzeitpunkt noch minderjährig war. Betrachtet man den Fall Gary McKinnon, kann der Spammer jedoch vermutlich von Glück reden, wenn er so davonkommt: wäre er nicht minderjährig, drohten bis zu 15 Jahren Haft.

Mit ihren Adware-verseuchten Rechnern soll der Täter gemeinsam mit einem Komplizen mindestens 58.000 Dollar in externer Link in neuem Fenster folgtwenig mehr als einem Jahr verdient haben. Programmiert hatten die beiden ihre Malware nicht selbst, sondern modifizierten bestehende Trojaner, darunter den RXBot.

Botnetzbetreiber und Spammer hatten in der Vergangenheit einen zunehmend schweren Stand - wenn noch der Angriff auf US-Militärcomputer dazukommt, droht natürlich noch schärfere Strafe. So ist das Verfahren um die Auslieferung des britischen "NASA-Hackers" Gary McKinnon noch externer Link in neuem Fenster folgtimmer in der Schwebe: der Brite fürchtet, als Terrorist angeklagt zu werden. McKinnon berichtete von völlig unzureichend gesicherten Netzwerken.

So falsch wird er nicht gelegen haben, wenn ein Teenager mit einem modifizierten, lange bekannten Trojaner unter anderem Rechner von Militär-Geheimdiensten infizieren konnte. Bleibt zu hoffen, dass beide relativ billig davonkommen - denn von Sanktionen gegenüber den Administratoren der jeweils betroffenen, unzureichend gesicherten Systeme hört man erstaunlicherweise nicht allzuviel.

  • 22 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von titus_shg Es ist dann natürlich auch die Frage, welchen Zwecken gerade diese Militär-Rechner dienten. Nicht auf allen liegen schliesslich Angriffspläne gegen den Rest der Welt.... MfG Andy bei den amis weiß man nie ^^ ne es geht aus den news ja nicht hervor, was für ein militärrechner das war (vll wars auch nur n honeypot von militärwissenschaftlern ^^) aber es KÖNNTE ja ...

    t-master am 12.02.2008 22:38
  • Zitat: Zitat von _assassin86_ Sanktion hin, Sanktion her , im Endeffekt kann man auch hier nur sagen, dass Admins, etc. auch nur Menschen sind. Zwar ist natürlich hier die Schwere des Falls zu berücksichtigen (Militärcomputer^^), jedoch sollte man irgendwann mal Graß über die ganze Sache wachsen lassen. Die Lücke schließen / Mit dem Verantwortlichen reden / Graß wachsen lassen ....oder ...

    alter_Bekannter am 12.02.2008 22:48
  • Zitat: Zitat von t-master bei den amis weiß man nie ^^ ne es geht aus den news ja nicht hervor, was für ein militärrechner das war (vll wars auch nur n honeypot von militärwissenschaftlern ^^) aber es KÖNNTE ja schließlich sein (so ne art superGAU) Also ich traue sogar den Amis zu, daß die ihre wirklich wichtige Militär-EDV auch gescheit abgesichert haben. Das werden schon so Kasper-Rechner ...

    titus_shg am 12.02.2008 23:11
  • hier wird mal wieder mit zweierlei maß gemessen. wenn der eigene pc infiziert wird und somit der geldmacherei zum opfer fällt ist das ganze eine riesensauerei! wenn aber ein "militär-rechner" darunter ist, ist das ganze natürlich große oberklasse. ich glaub kaum, dass der herr botnetzbetreiber das so wollte. 60k sind kein pappenstiel - das risiko ist berechtigterweise da. und eine frage die ich mir schon lange stelle, was ist ...

    rundeck am 13.02.2008 16:55

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