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03. Oktober 2008
Blogosphäre Sind wir asozial geworden?Der Usinger Autor Robert Basic vom Basic Thinking Blog stellte gestern die Gretchenfrage. Warum nur nimmt die Verlinkungsdichte in der Blogosphäre ab? Die Blogger lassen sich wie eh und je von den Inhalten ihrer Konkurrenten inspirieren. Viele besitzen aber die Fairness nicht mehr, ihre Ideengeber und deren Webseiten auch namentlich zu nennen und darauf zu verweisen. Die Verweise untereinander waren es, die die Blogosphäre im Kern charakterisieren sollte. Und obwohl nur rund fünf bis sechs Prozent aller Blogger auf Dauer durchhalten und die absolute Mehrheit der Schreiber aufgibt, steigen die Leserzahlen gleichzeitig unaufhörlich an. Eine regelrechte Linkarmut greift im Web um sich. Noch im Sommer letzten Jahres waren rund 270 Links nötig, um im die deutschen Topcharts der Blogs zu gelangen. Heutzutage sind es nur noch 167. Mittlerweile befinden wir uns in dem Bereich, der zu Beginn 2007 Bestand hatte. Tendenz weiterhin langsam fallend. Es dauert nicht mehr lange und wir haben wieder ähnliche Verhältnisse wie vor 2,5 Jahren. Viele Medien tun ihr Übriges, indem sie über die angeblich so üble Qualität der Blogs herziehen. Die Analysten des Internets haben längst erkannt, dass viele neue Trends und Erkenntnisse 24 Stunden und länger brauchen, bis sie vom Blog eines Experten in den üblichen Kanälen der Medien landen. Natürlich ist damals wie heute vieles in der wunderbaren Welt der Blogs nichts weiter als chit chat, also oberflächliches Geplänkel. Deswegen sollte man diesem Medium aber nicht grundsätzlich seine Fähigkeiten aberkennen. Wie sagt Robert Basic so schön in einem anderen Zusammenhang: "sehen und verstehen sind zweierlei Dinge. 99 Prozent sehen sich selbst". Manche Vertreter der großen Medien neigen leider dazu zu glauben, jenseits von ihrem Tellerrand gäbe es eh nichts mehr zu entdecken. Sascha Schoppengerd von der Agentur MountainGrafix erläutert das Problem auf eine nicht weniger unterhaltsame aber gleichzeitig sehr hurmorvolle Weise. Er erklärt seinen Lesern den Aufbau des WWW anhand einer mittelalterlichen Geschichte, in der die angesehenen Lords Brin und Page eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Der dunkle Orden der Googleianer, auch bekannt als the "big G", benutzte ihre Waffen NoFollow, Pagerank, Duplicate Content und Bad Neighbourhood, um die eigene Macht zu mehren und ihre Feinde des Landes zu verweisen. Und doch verwirkten manche der Werkzeuge im Laufe der Zeit ihren Dienst und drehten sich gegen die Herren der Finsternis. Die Google Guidelines sind zum Leitfaden der Suchmaschinenoptimierung geworden. Und sie haben gleichzeitig eine paradoxe Situation bewirkt. Auch S. Schoppengerd von MountainGrafix weiter: "Wovor habt Ihr eigentlich Angst? Das eure Leser vielleicht einen besseren Blog finden und dann nicht mehr bei euch lesen?". Er erinnert auch daran, dass Blogger in der Regel sehr faire Menschen sind, die es honorieren, wenn jemand ausführlich Links auf Webseiten Dritter setzt. Die deutschen Blogger - sind sie sozial oder doch eher antisozial eingestellt? Ist das vielleicht am Ende gar die Gretchenfrage, die wir uns stellen sollten? (Ghandy) (via Basic Thinking Blog & MountainGrafix, thx!) (Bildquelle: Annyyas MMF3 Blog, thx!) Verwandte News
Trackbacks
Dazu fällt mir das Buch: "Generation Doof - Sind wir wirklich so blöd?" ein. Dazu passend ist auch der Comic. merana am 06.10.2008 12:50
vieleicht liegt die "verringerung der verlinkungsdichte" auch einfach daran das immer mehr bloggern klar wird das sich unique-content nicht durch das "kopieren und umschreiben"-prinzip (was hier netter weise mit "inspiration" gleichgesetzt wurde) generieren lässt. Ich blogge selbst seit ein paar jahren, "inspiriert" zu einem artikel wurde ich von einem anderen blog noch nie. ungesund am 07.10.2008 12:49
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