gulli: Bloggen in Japan: Japanische Sängerin wird durch ihren Blog zum Literatursuperstar
29. März 2008

Bloggen in Japan Japanische Sängerin wird durch ihren Blog zum Literatursuperstar

Es gibt kein Land auf der Welt, in denen Blogs weiter verbreitet sind als in Japan. Nach Angaben von Technorati Japan kommen 37 Prozent aller Blogbeiträge aus Japan. Vielleicht ist gerade diese intensive Nutzung des Mediums der Grund dafür, dass die bisher unbekannte japanische Sängerin Mieko Kawakami in relativ kurzer Zeit zum Literaturstar Japans wurde.

Mieko Kawakami begann ihren Blog ursprünglich mit dem Gedanken zu schreiben, auf sich und ihre Musik aufmerksam zu machen. Wie bei vielen guten Musikblogs wurde der Ton selbstrefexiv und die Texte von Kawakami begannen sich zu verselbstständigen. Dieses Jahr gewann die 31-jährige den wichtigsten Literaturpreis für Newcomer in Japan. Zuvor verdingte sie sich als Kellnerin, Aushilfe in einem Buchladen und unbekannte Sängerin.

In Japan scheint die Selbstvermarktung über Blogs und andere Technologien anders und besser zu funktionieren als in Europa oder den USA. Bei einem technikaffinen Land wie Japan vielleicht keine Überraschung. So sollen Verleger aufmerksam werden auf bekannte und erfolgreiche Blogschreiber, da sie die harte Arbeit der Vermarktung bereits hinter sich haben und auf eine treue Leserschaft aufbauen können. Es soll viele japanische Schriftsteller geben, die als erste Erfolge hatten mit Literatur für mobile Telefone.

In Japan werden Blogs intensiver als hierzulange genutzt, um sich Freunden und Bekannten mitzuteilen. Der Zugang zur Technologie ist einanderer und Blogs meist mit einem persönlichen Bezug. In den USA dagegen sind Blogs sehr medienaffin und es dominieren News-Blogs.

In ihrem ersten Roman "Brüste und Eier" beschreibt Mieko Kawakami in Form des sogenannten "Ich-Konzepts", einer japanischen Literaturform, das Leben in Osaka und beschäftigt sich mit der Rolle alleinstehender Frauen in Japan.

Mieko Kawakami wird auch zugeschrieben ihrer Schreiberei aus Perspektive des Alltäglichen würde sie so erfolgreich machen. Sie schreibt außerdem im Osaka-Dialekt, der in Japan sehr im Trend liegen soll. Einen kleinen Ausflug in die Welt des Internets mit Fragezeichen gibt es direkt nach dem Klick in Mieko Kawakamis-Blog.

( via Theage und Netzzeitung )

  • 7 Kommentare zum Artikel
  • lol. Man schreibt im Japanischen ganz normal und am Ende jedes Wortes drückt man die Leertaste, dann werden die "Buchstaben", also die Hiragana zu einem Wort, als Kanji, zusammengefügt. Beim mehrmalligen drücken der Leertaste erhält man mehrere Optionen (also Wörter die genauso ausgesprochen werden, aber eine andere Bedeutung haben). Dies finde ich wesentlich besser, als im Deutschen, da man zum Beispiel aus dem Wort ...

    Teufel_in_Blau am 29.03.2008 19:00
  • Zitat: Zitat von NNB weil wir ja alle japanisch können ... o.O @fragezeichen.... kanjii sind sprachgebräuchlich nur etwa 70 zeichen ... nicht wie im chineischen zum lesen etwa 5000.... hier findest du ein japanisches layout : http://developers.sun.com/dev/gadc/t.../type6_ja.html fahr mit dem zeiger über die taste ganz rechts unten in der ecke (neben "compose") 70 Zeichen, ...

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