BKA: Überwachung der eigenen Website

gullinews am Sonntag, 28.06.2009 16:57 Uhr

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Die Überwachung des Onlineangebotes des Bundeskriminalamtes soll in mehreren Fällen zur Aufklärung von Mordfällen geführt haben - behauptet das BKA.

Informationen des Magazins Focus zufolge soll diese Praxis unter anderem bei der Suche nach dem mittlerweile gefassten Schwerverbrecher Thomas Wolf angewandt worden sein. Seit dem 15. November 2007 habe die Behörde den entsprechenden Fahndungsaufruf auf ihrer Internetseite überwacht und die IPs der Besucher aufgezeichnet.

Dieselbe Methode kam in mindestens 15 anderen Fällen zum Einsatz, erstmalig wohl bereits im Jahr 2001. Auf diese Weise fahndete das BKA unter anderem nach dem mutmaßlichen Fünffachmörder Norman Volker Franz, dem flüchtigen Millionen-Betrüger Alexander Scholl und den unbekannten Tätern in den sogenannten "Döner-Morden".

Auch in den Ermittlungen gegen die "militante gruppe" in Berlin verwendete das BKA seine eigene Webseite als "Honey pot", um Informationen über Mitglieder der vermeintlichen linksextremen Gruppierung zu erhalten. Jahrelang wurden die IPs aller Besucher der entsprechenden Website von den Ermittlern aufgezeichnet.

Die Behörde geht davon aus, dass die Täter ein besonderes Interesse an Informationen zur Fahndung nach ihnen haben. Deshalb überprüfte das BKA, ob die Fahndungsseiten besonders häufig von einzelnen Computern aus besucht wurden.

Die Überwachung der Webseiten sei "in mehreren Fällen erfolgreich angewendet" worden, erfuhr der Focus aus BKA-Kreisen. Man habe dadurch "schwerwiegende Straftaten wie Tötungsdelikte aufgeklärt". Im vergangenen Februar hatte die Behörde dieses Vorgehen wegen rechtlichen Bedenken gestoppt.

Kritiker der Fahndungsmethode haben immer wieder eingewandt, dass durch die Überwachung der BKA-Webseite vor allem unschuldige Bürger wie Kriminelle behandelt würden. "[Die] Behörde [macht] den Nutzer ihres eigenen Informationsangebots erst mal zum potentiellen Straftäter", schrieb Rechtsanwalt Udo Vetter anlässlich des Bekanntwerdens des Vorgehens im Fall der "militanten gruppe".

(Simon Columbus)

(via Golem, danke!)

(Grafik von Liorin, thx!)

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37 Reaktionen aus dem gulli:Board

Atraxia am 29.06.2009 13:24:19:
wer so naiv ist, zu glauben, gerade GULLI würde nicht überwacht werden, ist sowieso bereits verloren. Hierher kommen doch Leute mit einem wahrscheinlich gut funktionierenden Gehirn und einer eigenen Meinung. Also MUSS überwacht werden. Hey, dann ist gulli ja doch wied...

.drunken am 29.06.2009 13:45:15:
Die Rasterfahnundungsakten wollen doch gefüttert werden :D Zur Aktion selber kann man nur den Kopf schütteln... Das ist ne Sauerei, ich würde gerne erfahren, wie man sowas durchsetzt und vorallem bei welchem Idioten man sich damit noch absichert dem Volk gegenüber......

titus_shg am 29.06.2009 13:49:04:
Das ist ne Sauerei, ich würde gerne erfahren, wie man sowas durchsetzt und vorallem bei welchem Idioten man sich damit noch absichert dem Volk gegenüber... Dann frag mal die, welche immer noch die Parteien wählen, die dem BKA immer mehr Macht und Befugnisse einräumen. Oh...

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