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12. August 2005

BitTorrent wird erwachsen Venturekapitalisten zeigen Interesse

Zentrale Rolle des Protokolls fürs Breitbandzeitalter erwartet

Nachdem Bram Cohen sich offenbar mit Vertretern der Filmindustrie zumindest konstruktiv unterhalten konnte, scheint das Filesharingprotokoll offenbar auf dem besten Weg zu weiteren höheren Weihen zu sein. Om Malik weiss vom wachsenden Interesse von Wagniskapitalisten an Cohens Netzprotokoll zum schnellen Übertragen großer Dateien und sagt ihm sogar für das kommende Breitbandzeitalter eine ähnliche Bedeutung voraus, wie sie beispielsweise Cisco für die Entwicklung des Internet selbst hatte.

Und er scheint nicht zu übertreiben: in einem einzigen Jahr hat der Torrent in der Tat erstaunliches erreicht: mit Abstand das beliebteste Filesharingprotokoll, hat er den Sprung aus der ungeliebten Schmuddelecke zu den Weihen zum offiziellen Distributionstool zahlreicher Open-Source-Projekte gebracht. Nebenbei ist er zur technischen Grundlage neuentstehender, freien Mediennetzwerke geworden. Entsprechend zuversichtlich gibt sich Ashwin Navin, Geschäftsführer von BitTorrent: "Wir sind nun in der Lage, sowohl kostenlosen als auch kostenpflichtigen Content zu verbreiten", fügt an, man habe jedoch bislang noch kein Risikokapital erhalten. Entsprechende Angebote seien aber bereits gemacht worden. Interessenten hätten sich bereits gemeldet, Malik rechnet mit großen Geldmengen, die zur Verfügung stehen: wenn selbst eine Technik wie Podcasting die Kleinigkeit von 8,5 Millionen aus den Taschen der Geldgeber anziehen kann, biete der Torrent sicherlich ein noch lohnenderes Potential.

Die Kurve, die BitTorrent damit vorläufig gekriegt hat, ist verblüffend. Während man sich noch vor wenigen Wochen Sorgen machen musste, ob die rechtlichen Probleme Cohens mit dem Start seiner Torrent-Suchmaschine erst richtig losgingen oder das Protokoll gar per se kriminalisiert wurde, trat indessen das Gegenteil ein: freie Medienplattformen wie ActLab, OMN oder Participatory Culture ließen sich vom Torrent inspirieren, Spielproduzenten kündigten den Torrentvertrieb an und nun scheint sich neben den Filmstudios auch das große Geld für den Torrent zu interessieren.

Zu hoch gehängt scheint dann auch Maliks Hypothese nicht zu sein: der Torrent könnte, entsprechend gepusht, schnell Dienste wie c|nets Download.com überflüssig machen: ob nicht Yahoo vielleicht die Firma aufkaufen wolle, bevor sie zu teuer wird?

Indessen ist nicht zu befürchten, dass der Torrent je komplett "gekauft" würde und der freien Nutzung nicht mehr zur Verfügung steht. Egal, welchen Weg die Firma BitTorrent einschlägt: das Protokoll BitTorrent steht unter der GPL und kann und wird weiter frei entwickelt und verwendet werden können.

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