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04. Mai 2006

BitTorrent Allegro Caching und Kooperation mit Providern angekündigt

Zwei Themen bestimmen die Debatte um BitTorrent: der Widerstand der ISPs, denen der hohe Traffic des P2P-Protokolls ein Dorn im Auge ist, sowie die Kooperation des Entwicklers Cohen mit der Medienindustrie. Beides entwickle sich positiv, so Ashwin Navin von BitTorrent, Inc., mit größeren ISPs verhandele man sogar über ein Caching des BT-Traffics.

Azureus plant den "Content Layer", BitTorrent, inzwischen zur Firma gereift, kündigt den eigenen Videoshop an - die Kommerzialisierung des P2P-Protokolls scheint in vollem Gang. Was an sich nichts schlechtes ist, wären da nicht die Befürchtungen, das Protokoll könnte mit der steigenden Popularität auch verstärkt unter Beschuss geraten. Bereits jetzt versuchen zahlreiche ISPs, den überbordenden Torrent-Traffic zu filtern, die Entwicklergemeinde setzt mit Trafficverschlüsselung dagegen.

Seitens BitTorrent kommt nun ein Statement bezüglich der jüngsten Entwicklungen: Ziel muss sein, mit den ISPs vermehrt zu kooperieren und das Protokoll nicht in eine Unzahl von verschiedenen Versionen zersplittern zu lassen. Zu dem Zweck habe man mit Bittorrent.org eine Plattform ins Leben gerufen, auf der sich Entwickler von BitTorrent-Anwendungen über gemeinsame Standards verständigen können.

BitTorrent, Inc. betreibe dabei auf allen Seiten Lobbyarbeit, und die Entwickler und User sollten sich nicht davon verwirren lassen, dass man in dieser Position zwangsläufig "mehrere Hüte trage", so Navin. Gegenüber den Medienkonzernen müsse man um die Akzeptanz des Protokolls als legitime, nützliche und kostengünstige Distributionsplattform kämpfen, gleichzeitig müsse man mit den ISPs verhandeln, damit jene den kommenden Vertriebsweg für digitale Medien nicht per Trafficshaping sperren, noch bevor er wirklich gestartet ist.

Neben der gemeinsamen Entwicklerplattform könne man dabei schon auf erste Erfolge zurückblicken: eine geplante Caching-Lösung der kommenden BitTorrent-Version stieß auf Interesse der ISPs, mit denen "sehr intensive" Gespräche geführt worden seien.

"Allegro" soll das künftige Release heißen und ein Protokoll enthalten, welches das Cachen von BitTorrent-Traffic auf Providerseite vereinfacht. So werden den Usern schnellere Downloads und den ISPs verminderter Traffic beschert - unabhängig vom Client, den der Enduser verwendet. Navin zu den Verhandlungen:

"Eine Menge ISPs wusste gar nicht, dass es eine Cache-Lösung für BitTorrent gibt, und wir haben es selbst übernommen, über diese Lösung zu informieren - auch User und Entwickler - um eine nutzerfreundliche Möglichkeit der Kostenreduktion zu implementieren."

Vor einem Streit innerhalb der BitTorrent-Community warnt Alvin nachdrücklich. Die Entwicklung legitimer Anwendungen für den Torrent sei notwendig, und ihre Existenz eine Rückversicherung für die Kooperation der ISPs. Eine Zersplitterung des Protokolls könnte dazu führen, dass die ISPs versuchen, jede Art von Torrent-Traffic zu sperren, was ein Verlust für alle Beteiligten wäre.

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