gulli: Bitkom: 150 Euro Urheberrechtsabgabe pro PC drohen
29. August 2005

Bitkom 150 Euro Urheberrechtsabgabe pro PC drohen

Abgabenlast in Deutschland sei europäische Spitze

Wer einen Drucker kauft, zahlt eine Urheberrechtsabgabe, die an die VG Wort abgeführt wird. Kauft man einen CD-Brenner, fallen im Preis inbegriffene Abgaben unter anderem an die GEMA an. Für Scanner, MP3-Player und andere Geräte, die zum Vervielfältigen und Kopieren von Daten taugen, werden ebenfalls Abgaben erhoben, die den Verwertergesellschaften zugeführt werden - welche den Hals jedoch nicht voll genug bekommen. Die aktuellen Forderungen der Verwerter summieren sich auf mindestens 150 Euro pro Rechnersystem, wenn die Gerichte den aktuellen Forderungen der Verwerter nach höheren Abgaben entsprechen.

Vor den Folgen der dauernden Abgabenerhöhjungen warnt die BITKOM. Die Abgabenlast für digitale Geräte in Deutschland ist schon heute einzigartig in Europa, und es sieht derzeit so aus, dass wir diesen Spitzenplatz halten wollen so Jörg Menno Harms, Vizepräsident der BITKOM.

Beim Kauf von IT-Geräten werden in Deutschland automatisch Urheberrechtsabgaben fällig, durch die das legale, private Kopieren von Texten, Bildern oder Musik pauschal abgegolten werden soll. Die Hersteller sind gezwungen, die Abgaben beim Verkauf der Geräte zu erheben und an die so genannten Verwertungsgesellschaften weiterzuleiten. Diese verstehen sich als Verwalter der Text- und Bildrechte von beispielsweise Autoren und Fotografen. Die Abgaben verteuern die Produkte zum Teil erheblich - für Multifunktionsgeräte könnten sie bald 50 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Zudem kommen auf die Abgaben noch 16 Prozent Mehrwertsteuer, die an den Staat abgeführt werden. Erweiterte Rechte erhalten die User durch ihre Zahlungen indessen nicht: so ist das Umgehen von Kopierschutztechniken in Deutschland seit einiger Zeit verboten, was die Privatkopie in vielen Fällen unmöglich oder zumindest illegal macht - wenngleich die Gebühren für das Recht zur Kopie nach wie vor freudig eingezogen werden. Die Verwertergesellschaften sind dabei völlig auf der Linie der Musikindustrie, welche auch für jegliche Form von staatlich verordneten Abgaben sind, wenn diese Geld bringen.

Die Bitkom fordert nun ausgerechnet eine DRM-basierte Abrechnung der Nutzung von Geräten, mittels derer Kopien gemacht werden können. Glücklicherweise schweigt sie sich über eine konkrete Umsetzung dieser Forderung aus: die Vorstellung von Verwertergesellschaften, die über Art und Umfang der Kopien informiert werden, die ein User erstellt, dürfte nicht nur den Datenschützern eine leichte Gänsehaut machen.

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