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21. Februar 2008
Bill Gates Zensur und Kontrolle des Internet zwecklosDass sich ausgerechnet Bill Gates mit dem Statement aus dem Fenster lehnt, dass Netzzensur und Einschränkungen des Internet unmöglich seien, ist sowohl überraschend als auch amüsant. Ist Microsoft doch gerne mit dabei, wenn man unliebsame Stimmen aus dem Netz verbannt wissen will und sind die Statements aus Redmond in Bezug auf "freien Datenfluss" aka "Piraterie" ja auch eher eindeutig.
So Billyboy in einer Rede an der Uni Stanford. Und man mag ihm raten, dann vor der eigenen Türe damit zu beginnen, solche Einschränkungsversuche wegzukehren. Denn jenseits von DRM und "Piraterie"-Bekämpfung ist der Riese aus Redmond alles andere als unbeleckt, was die Versuche der Zensur und Kontrolle angeht. Fast schon legendär ist beispielsweise die Bestimmung aus der EULA von Frontpage 2002 geworden, die Nutzern praktisch verbietet, allzu microsoft-kritische Texte mit dem Web-Editor zu erstellen:
Diese Maulkorbklausel hatte durchaus Auswirkungen: beispielsweise von der Uni Texas findet man heute noch Webtexte, in denen darauf hingewiesen wird, dass Softwaretipps für Studenten wegen der MS-Lizenzbestimmungen in ihrer Aussagekraft beschränkt sind:
Microsoft-Maulkörbe feierten mit dem Erscheinen von Vista fröhliche Auferstehung, als Vista-Benchmarks nur unter gewissen Auflagen und mit einer denkbar unscharfen Definition zugelassen wurden. So werden Vergleichstests zwischen bestimmten Systeminstallationen gleich von vorne herein verboten (bzw. ist das Publizieren entsprechender Ergebnisse nicht erlaubt) und könnten gar Statements wie "Mein Windows Vista ist lahmer als mein Ubuntu!" als Lizenzverstoß zumindest zur Diskussion stehen. Während EULA-Bestimmungen in ihrer rechtlichen Wirksamkeit in der Regel begrenzt und die entstehenden "Einschränkungen" eher in der Kategorie "vielsagend, aber harmlos" zu subsumieren sind, ist die Situation, geht es um Zensurregimes wie China, eine andere. Dass MS in chinesischen Blogs die Begriffe "Freiheit" und "Demokratie" schlicht zensierte, führte ebenfalls zu lautstarken Protesten. Und als Mitglieder des US-Kongresses Firmen wegen ihrer allzu bereitwilligen Kollaboration mit dem Zensurregime öffentlich anprangerten, war unter den genannten Namen neben Google, Cisco und Yahoo! eben auch Microsoft. Was wohl nicht in Gates' Interesse liegt, nichtsdestotrotz kam von ihm in diesen Kontexten eben auch das Statement, dass "staatliche Zensur und Softwarepiraterie keine Gründe (sind), Unternehmen von Geschäften in China abzuhalten." Insofern: es ist wohlfeil daher geredet, wenn Gates nun dem "freien Fluss der Informationen" und der Nichtzensierbarkeit des Internet das Wort redet. Sein eigener Verdienst ist das nicht, der Microsofts schon gar nicht: vielmehr sind diese Freiheiten hart und unter Opfern erkämpft worden. Unter anderem gegen Microsoft. Verwandte News
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