Big Brother total, aber in neuer Qualität: Deutschlands oberster Datenschützer ist alarmiert

Big Brother total, aber in neuer Qualität: Deutschlands oberster Datenschützer ist alarmiert

gullinews am Sonntag, 07.01.2007 19:35 Uhr

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Peter Schaar, der deutsche Mr. Datenschutz, sieht als realistische Gefahr die Totalüberwachung. Das ist für uns alle ja nun nichts Neues, aber fragen wir uns mal: Das Zusammenwachsen und die rasante Entwicklung neuer Technologien in Verbindung mit einer regelrechten Datensammelwut hat doch eine neue Dimension erreicht, oder? Kann der Schutz meiner Privatsphäre überhaupt in unserer heutigen Welt bestehen bleiben?

<shortsplit><adr>Der Bundesbeauftragte für Datenschutz und die Informationsfreiheit dazu: "Es wird unser aller Leben umkrempeln."

Überwachungskameras in Bussen ermitteln zu den Gesichtern die biometrischen Daten. Ein minutenschneller Abgleich mit Datenbanken bei Behörden bundesweit identifizieren sehr schnell die Personen. Dazu die Daten aus anderen Bereichen: Alte Hüte sind da schon Radarfallen auf den Autobahnen oder Kameras auf öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen und Flughäfen. "All so etwas, das ist nicht nur auf dem Sprung, das ist jetzt schon teilweise Realität." Der Taxiruf via dem eigenen automatisch geortetem Handy ist dagegen noch relativ frisch. Schaar verweist auf das ungeheure Wachstum der technologischen Potentiale, wie man es noch nicht gesehen hat. Dazu schnelle Datenleitungen, unerschöpfliche Speichermöglichkeiten und deren Vernetzung, Biometrie (Personenerkennung), intelligente Mustererkennungsverfahren.

Gibt es keine Grenzen mehr für die Datenverarbeitung? Fragen wir doch besser: Welche letzten Reservate sind denn noch nicht einbezogen, wenn sogar Kühlschränke oder Turnschuhe Daten erheben und wir zukünftig die Behandlung beim Arzt mit einer Krankenkassenkarte quittieren müssen, und unsere Daten dann an wen auch immer übertragen werden? Selbst einst unterschiedliche und inkompatible Systeme sind durch die Technik heute zusammengeführt. So sieht Schaar konsequenterweise eine völlige Umkremplung unser aller Leben voraus, und das in den folgenden 10 Jahren. Arbeiten, leben, wohnen und bewegen in der Öffentlichkeit wird sich komplett unterscheiden von dem, wie es heute ist. Das Schlimme dabei: Wahrscheinlich merken wir das nicht so direkt. Wird man sich im beobachteten Zustand ähnlich unbefangen verhalten wie bisher? Wohl kaum. Welche Auswirkungen wird dies auf unsere Gesellschaft haben? Wer sammelt hier Daten, was tut er damit? Wer kontrolliert die Kontrolleure? Wenn man mit dem kostenlosen Google Earth schon erkennen kann, ob man kürzlich die Bäume im Garten beschnitten hat - was können die Geheimdienste ihren Satellitenaufnahmen dann alles entnehmen?

Wenn Überwachung normal geworden ist - wird sich in zwanzig Jahren noch jemand darüber wundern, geschweige dagegen wehren?

Willkommen im morgen.

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19 Reaktionen aus dem gulli:Board

SpacyNG am 08.01.2007 01:34:40:
Ich muss meinen Vorrednern leider zu 100% recht geben. Bei dieser schleichenden Entwicklung wird sich Otto-Normalbürger *gar*nicht wehren! Warum auch? Information ist Luxus. Information kostet Zeit. Ich muss mich also 20Minuten pro Monat (angenommen) engagieren. Ich will mich aber nur 60 Minuten pr...

Crev Voran am 08.01.2007 01:35:03:
Das Leben der Bürger muss überall eingeschränkt werden, damit sich die Bevölkerung bewegt. Was meinst du denn was gerade passiert ? Mehr Überwachung = Weniger Meinungsfreiheit. Ergo sind wir momentan auf dem Weg mundtot gemacht zu werden. Ob das bezweckt ist, lass i...

am 08.01.2007 02:06:41:
Es ist bei dem allen schon ein bißchen Paranoia mit dabei!!! Ich habe vor knapp 2 Wochen mal die Überwachungskameras gezählt die ich so sehen konnte, es waren von mir zu Hause bis in die Arbeit 16 Stück, der Wahnsinn, hinzu kommen noch die die ich nicht sehen konnte, wahrscheinlich noch einmal ...

 

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