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17. November 2006
Big Brother Awards Schweiz verliehenVier Negativpreise und eine Würdigung: gestern wurden die Schweizer Big Brother Awards verliehen. Im Basler Kulturzentrum Sudhaus wurden die schlimmsten Datenschutzverletzungen mit den "Preisen, die keiner will" ausgezeichnet. In der Kategorie Staat konnte sich der Gesamtbundesrat, vertreten durch den EJPD-Vorsteher Christoph Blocher gegen 32 weitere Nominierte durchsetzen. Die Ehrung erfolgte für die geplante Verschärfung des "Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit". Vorgesehen sind massive Eingriffe in die Grundrechte. Unter dem Titel "Präventive Vorfeld-Ermittlung" soll das das Abhören von Telefongesprächen, das heimliche Durchsuchen von Computern, das versteckte Eindringen und Verwanzen von Wohnungen ohne konkreten Verdacht auf eine Straftat und ohne richterliche Überprüfung der Massnahmen ermöglicht werden. Datenkrake Nummer eins am Arbeitsplatz wurde die "Filiale Dietikon ZH des Billigladens MEDIA-MARKT" so die Bezeichnung der Jury. Die Angestellten der Filiale wurden systematisch mit Videokameras überwacht - auch im Lager, bei den Zugängen zur Stempeluhr, zu den Toiletten und zum Pausenraum. Mit Unterstützung der Gewerkschaft UNIA konnte sich die Belegschaft erfolgreich gegen die widerrechtliche Bespitzelung wehren. Der "Lebenswerk" - Award wurde an Hans Wegmüller verliehen, den Direktor des Strategischen Nachrichtendienstes SND. Wegmüller ist Chef über eine unbekannte Anzahl von Mitarbeitenden und verfügt über ein Budget in unbekannter Höhe. Der SND ist der militärische Geheimdienst der Schweiz und betreibt unter anderem die Telecom-Überwachungsanlage ONYX mit Standorten in Heimenschwand, Leuk und Zimmerwald. Mit der positiven Würdigung, dem "Winkelried-Award", wurde das Komitee "BWIS-Referendum" ausgezeichnet. Das Bündnis von Sportfans und aus politischen Gruppierungen wehrte sich gegen die Einführung eines so genannten "Hooligangesetzes". Die Big Brother Awards wurden in der Schweiz 2006 zum siebten Mal vergeben. Mit dem Aufruf "Nicht lamentieren - nominieren!" wird bereits für Nominierungen der Preisverleihung 2007 geworben. Verwandte News
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