|
29. Mai 2008
Bezahlen mit dem ePass Pornos per eGK?Die Regierung hat offensichtlich nicht nur nicht aus den Fehlern gelernt, die bei der Einführung des per Funk auslesbaren Reisepasses mit biometrischen Informationen gemacht wurden. Im Gegenteil: Man stellte jüngst ein Konzept für den ePass vor, dass noch verschwenderischer mit den Daten der Bürgerinnen und Bürger umgehen soll. So sehen diese Pläne vor, Extrainformationen auf der Karte für spezielle Zwecke bereitzuhalten, die dann von Firmen über das Internet mithilfe eines Lesegerätes angefordert werden können. Dem nächsten Daten-Super-GAU steht bei solchen Plänen nichts mehr im Weg ... Als Beispiel wurde der Zugriff auf Pornoseiten genannt, der erst nach Auslesen des ePasses und Übertragung von Informationen erfolgt, wenn der Kartenbesitzer das nötige Mindestalter erreicht hat. Dazu Klaus Petersdorf, Generalsekretär der Piratenpartei Schleswig-Holsteins: "Pornos sind jetzt also schon ein Argument für Überwachungstechniken geworden! Unfassbar!" Wäre nicht schon eine Möglichkeit zur Ausspionierung von Konsumgewohnheiten und weitergehenden Interessen der Bürger schlimm genug, so treten gleich zwei Varianten, der ePass und die elektronische Krankenkassenkarte (eGK) gegeneinander an. Der Ausgang dieses Kampfes ist ungewiss. Klaus Petersdorf merkt hierzu an: "Hier liegt der Verdacht nahe, dass die Wirtschaft zwei Systeme wie damals VHS vs. Betamax oder aktueller BluRay vs. HD-DVD ins Rennen um die Gunst des Bürgers schickt. Dieses Mal verlieren jedoch nicht nur die ihr Geld, die das unterlegene System kaufen, nein jeder von uns, denn dieser Wettkampf wird durch Steuergelder finanziert." Als "Geniestreich" mutet auch die Aufgabenteilung zwischen einer noch einzurichtenden Bundesbehörde und der Industrie an. Diese Bundesbehörde lässt Unternehmen zu, die auf die Informationen des ePasses zugreifen dürfen und diese Unternehmen beglaubigen ihrerseits, dass die Extra-Informationen korrekt mit dem Karteninhaber verknüpft werden. Die Industrie würde also einen Freibrief für den Zugriff auf die zum Teil sensiblen Daten erhalten. Man kann auch davon ausgehen, dass die Wirtschaft sich mit dem ePass und der elektronischen Krankenkassenkarte (eGK) neue Möglichkeiten schafft, um das Konsumverhalten ihrer Kunden noch detallierter zu analysieren. Die ganzen Bonus-, Rabatt- und Kundenkarten könnten somit überflüssig werden. Der Pirat Klaus Petersdorf wirft einen Blick in die Zukunft: "Die Karten werden in einer Form der Wirtschaft die persönlichen Daten des Bürgers zur Verfügung stellen, die die Wirtschaft möchte. Ich gehe davon aus, dass die Wirtschaft mit ihren Bonus Cards nicht effektiv genug die Daten der Bürger sammeln konnte und deswegen ihre Bonus Cards einstampfen wird, um auf Personalausweis und Krankenkassenausweis umzuschwenken. Damit sollen auch noch die letzten Rebellen erwischt werden, die ihre Daten nicht freiwillig rausrücken."
(via piratenpartei.de, thx! Verwandte News
Trackbacks
|