gullinews am Montag, 17.12.2007 16:29 Uhr
Eine Untersuchung aller fünf in Ohio verwendeten Wahlcomputer endete mit fünf Verlierern. Die Hoffnung, dass ein System zumindest sicherheitstechnisch weniger schlecht als die anderen war, erfüllte sich nicht.
Staatssektretärin Jennifer Brunner wird von der New York Times mit den Worten zitiert, es wäre
"... schlimmer, als ich gedacht hatte. Ich hoffte, dass sich wenigstens ein System als den anderen überlegen herausstellen würde."
Getestet wurden Geräte der Hersteller Elections Systems and Software, Premier Election Solutions (früher: Diebold) und Hart InterCivic. Alle waren manipulierbar: via Zugriff auf Speicherkarten durch das simple Knacken der Schlösser an den Geräten, durch die drahtlose Einschleusung falscher Stimmen via PDA oder durch den Angriff der Server mit Malware. Erschreckender als die Schwachstellen jedoch die Statements der Hersteller. Ausgerechnet ein Sprecher von Premier (Ex-Diebold) behauptete im Gegenzug, es habe
"...keinen einzigen dokumentierten Fall einer erfolgreichen Manipulation elektronischer Wahlsysteme gegeben, weder in Ohio noch sonstwo in den USA."
Stattdessen lobt man den von Wählern gepriesenen "angenehmen Wahlvorgang". Und das sind natürlich Argumente, die dreinschlagen wie ein Schwert. Nicht viel besser das Sttement seitens Election Systems and Software, die sich schlicht darauf berufen, dass ihre Technik angesichts der 35 Jahre Erfahrung des Unternehmens im Bereich Wahlgeräte "korrekt, verlässlich und sicher" seien.
Bei Kindern mag die Strategie "Ich seh nicht hin, dann ist es nicht da" niedlich scheinen, wenn sie jedoch von Wahlmaschinenherstellern so offensiv zur Schau gestellt wird, stellt sich ein leicht flaues Gefühl ein. Aber auch abgesehen von der Gefahr für ein zentrales Fundament der Demokratie: zumindest das Argument, Wahlmaschinen seien doch so viel billiger in der Anwendung, kann langsam auf dem Schutthaufen der Geschichte entsorgt werden. Staatssekretärin Brunner ist noch nicht in der Lage, die Kosten des nun anstehenden Rückzugs zu papiergestützten Wahlen veranschlagen zu können. Immerhin, von der Studie weiß man das bereits: 1,9 Millionen Dollar kostete die Bürger der Nachweis, dass die Wahlmaschinenhersteller gepfuscht haben. Wieder einmal.
| 10 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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O-S am 18.12.2007 21:57:20: |
jer1cho am 19.12.2007 00:21:38: |
am 19.12.2007 01:46:23: |
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