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10. September 2006

Beatles-Remixer mit Klage bedroht EMI verlangt die Herausgabe aller IP-Adressen

Als der texanische Künstler Clayton Counts sein Mashup-Album "Sgt. Petsound's" veröffentlichte, hatte er noch keine Ahnung was kurze Zeit später auf ihn zukommen würde. Sein Hobbyprojekt, ein Remix zwischen dem Beatles Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" und Liedern der Gruppe Beach Boys wurde kostenlos zum Download angeboten. Das Major Label EMI Group plc wendete sich kürzlich an den Autor und verlangt nun Millionen Dollar Schadenersatz und die Herausgabe aller IP-Adressen der Personen, die sich dieses Album jemals von seiner Website gezogen haben.

The Beachles: Sg't Petsound'sAuf der Homepage von Clayton Counts werden zahlreiche Mashups diverser etablierter Interpreten angeboten. Sei es nun David Hasselhoff, Pat Boone, Jennifer Love Hewit, Hulk Hogan, Bill Cosby oder Mr. T. Selbst der gute, alte Vader Abraham und seine Schlümpfe sind nicht vor den lustigen Verulkungen des Remixers sicher. Als er sich im September daran machte, die Beatles aufs Korn zu nehmen, hat er die Rechnung ohne den Wirt, sprich ohne die EMI Gruppe gemacht.

Die konnten dem bunten Treiben der fiktiven Band "The Beachles" offensichtlich nichts Positives abgewinnen und schickten ihm stattdessen eine gepfefferte Klage in retour. Dem nicht genug, verlangte man von ihm, die IP-Adressen von unzähligen Personen herauszugeben, um auch denen im Nachhinein habhaft werden zu können. Offensichtlich spielt für die Chefetage von EMI die Tatsache keine Rolle, dass die Autoren dieses Albums durch ihre Arbeit in keinster Weise einen finanziellen Vorteil erlangt haben. Dies war von Anfang an auch nicht beabsichtigt.

Tatsache ist, bis zum heutigen Tag werden die Werke der Beatles ähnlich teuer und teilweise kostspieliger verkauft, als brandneue Alben. Man könnte auch großmütig übersehen, dass es sich bei dieser Auseinandersetzung um geistiges Eigentum handelt, dass dem Jahr 1967 entstammt und diese LP insgesamt rund sieben Millionen Mal verkauft wurde. Nur zur Erinnerung: Wir sprechen hier von der meist verkauften LP in Großbritannien! Und dennoch: Selbst weniger kritische Zeitgenossen sollten sich die Frage stellen, ob hier nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde. Eine Aufforderung die umstrittenen Lieder sofort wieder aus dem Netz zu nehmen wäre völlig ausreichend gewesen.

Clayton CountsDie Antwort von Clayton Counts fällt sehr emotional aus und lässt keine Fragen offen:

"Vergesst eure Rechte, weil sie nicht existieren. Selbst wenn jemand von euch versehentlich den Link aktiviert oder sich den Stream der MP3s angehört hat - sie sagen mir, sie wollen ALLE Informationen bezüglich jeder einzelnen Person, die sich diese Dateien absichtlich oder auch nicht gezogen haben".


Selbst wenn ihm niemand im Kampf gegen diese "Konzern-Oger" beistehen sollte. Er will diese Auseinandersetzung austragen, bis es so oder so vorbei ist.

  • 22 Kommentare zum Artikel
  • gut das ich keine cds kaufe und somit die überzogenen klagen gegen unschuldige leute nicht unterstüze. würde niemand mehr medien kaufen sondern NUR noch aus dem netz ziehen wäre der spuk sehr schnell vorbei. ok es gäbe bald keine neuen medien mehr aber wer braucht hier wen zum überleben ?

  • Zitat: Zitat von Obs  gut das ich keine cds kaufe und somit die überzogenen klagen gegen unschuldige leute nicht unterstüze. würde niemand mehr medien kaufen sondern NUR noch aus dem netz ziehen wäre der spuk sehr schnell vorbei. ok es gäbe bald keine neuen medien mehr aber wer braucht hier wen zum überleben ? Mein Reden

    anybodyelse am 12.09.2006 11:22
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