Todesnachrichten stark übertrieben
Es ist nitnichten so, dass den Tauschbörsenprogrammierern gerade kein Gegenwind ins Gesicht bläst. Wie jedoch eine kompetente Quelle wie slyck-tom darauf kommt, sowohl BearShare wie auch Direct Connect seien dem (inzwischen ohnehin wiederbelebten) WinMX in die ewigen Tauschbörsen - Jagdgründe gefolgt, bleibt auch nach 35 Forenkommentaren unklar.
Tenor des Slyck - Artikels war indessen ohnehin ein anderer - es sei damit zu rechnen, dass die Zeit der kommerziellen Programmierung von Filesharing-Tools sich ihrem Ende zuneige. Die Zeichen dafür mehren sich durchaus, mit Limewire ist bereits einer der Closed - Source - Anbieter auf die Offenlegung des Quellcodes umgeschwenkt. Und in der Tat dürften verstreute Entwicklergemeinden weniger angreifbar sein als die Firmen, die Clients programmieren und diese kommerziell vertreiben.
Doch ausgerechnet das totgesagte Direct Connect hat diesen Schritt bereits vor längerer Zeit getan. Die frühere Homepage der Hersteller der DC++ - Software beherbergt zwar inzwischen eine Kampfsport-Seite, aber die Tauschbörse selbst ist einerseits durchaus lebendig und wird inzwischen vorwiegend mit Open - Source - Clients genutzt: eine längere Liste von Clients findet sich bei Freshmeat, angeführt vom regelmäßig gepflegten Multi - Netzwerk - Client MLDonkey.
Die Todesmeldungen können entsprechend als leicht übertrieben betrachtet werden - und im Gegenteil hat der evolutionäre Anpassungsprozess, den Tom in seinem Text für andere Clients konstatiert, schon längst auch bei den genannten Kandidaten für ein frühzeitiges Ableben eingesetzt.