gulli: Bank of New York Mellon: Weitaus mehr Daten verloren als bisher angenommen

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29. August 2008

Bank of New York Mellon Weitaus mehr Daten verloren als bisher angenommen

Neben den in letzter Zeit gehäuft auftretenden Datenverlusten in Großbritannien sind nun konkrete Details über den Datengau der Bank of New York Mellon bekannt geworden. Anfang Juni haben wir bereits über das Abhandenkommen des Magnetbandes, auf dem über 4,5 Millionen Kundendaten gespeichert waren, berichtet. Nach der über zwei Monate andauernden Prüfung kam man zu dem Ergebnis, dass 12,5 Millionen Konten betroffen sind.

Ende Mai hatte das New Yorker Kreditinstitut erstmals seine Kunden über den Verlust des Magnetbands informiert. Damals war die Rede von 4,5 Millionen Datensätzen, die Namen, Vornamen, Geburtsdaten und Sozialversicherungsnummern beinhalteten. Als Ursache für den Verlust wurde ein beauftragter Kurier ausfindig gemacht, der die Tapes offenbar nicht an die ursprünglich gedachte Adresse lieferte.

Den jüngsten Erkenntnissen zufolge handelt es sich um einen Verlust von über 12 Millionen Kundendaten. Nach dieser Hochrechnung wäre es denkbar, dass die Bank of New York Mellon den größten weltweiten Bankdatenverlust des Jahres verzeichnen muss. Der Gouverneurin von Connecticut, Jodi Rell, ist der Vorfall ein Rätsel: "Als ich von dem Vorfall gehört habe, war ich sowohl erschreckt, als auch empört. Ich verstehe nicht, warum man so einer Menge von sensiblen Daten nicht einen besseren Schutz gewährt. Ich fürchte auch, dass eine große Anzahl von Bürgern aus Connecticut von diesem Vorfall betroffen sind. Ebenfalls finde ich es sehr fragwürdig, wieso man die betroffenen Kunden erst nach so langer Zeit über den aktuellen Stand der Dinge und konkrete Zahlen informiert."

Rell zieht ebenfalls in Betracht, eine Geldstrafe gegen die Bank zu erheben. In ihren Augen müsste dabei eine Schadensersatzzahlung an die geschädigten Kunden erfolgen. Zu diesem Zweck hat die Gouverneurin den Verbraucherschützer Jerry Farrell beauftragt, der sich näher mit den Geschehnissen befassen wird. Durch diese neu erlangten Erkenntnisse stellen sich viele Datenschützer die Frage, wie sicher Daten überhaupt sein können, wenn sie es selbst in den Händen einer der größten Depotbanken der Welt nicht sind.

Die Bank hat nun eine Webseite online gestellt, auf der betroffene Kunden über das aktuelle Geschehen rund um den Datenverlust auf dem Laufenden gehalten werden. Als eine Art Wiedergutmachungsversuch bietet das Institut allen Geschädigten eine kostenlose Kreditüberwachung über zwei Jahre und eine 25.000 US-Dollar hohe Versicherung gegen Identitätsdiebstahl an.

BNYMellonAuf der besagten Internetseite beteuert das Unternehmen erneut, dass bislang keine Fälle bekannt sind, bei denen die entwendeten Kontodetails zu unrechten Zwecken verwendet wurden. (gS-)

(via vnunet.com, thx!)

  • Identitätsdiebstahl soll heißen wenn man unschuldig in den Knast muss bekommt man 25.000 US-Dollar, das ist doch lachhaft.

    happyfun am 29.08.2008 17:49
  • Zitat: Zitat von happyfun  Identitätsdiebstahl soll heißen wenn man unschuldig in den Knast muss bekommt man 25.000 US-Dollar, das ist doch lachhaft. Allerdings. Ich sehe darin aber den Versuch, sich kostengünstig aus dem Schussfeld zu bugsieren. Nehmen wir nur mal einen der hiesigen Mikado-Härtefälle: Mit den geklauten Daten wird KiPo gekauft, die Polizei beschlagnahmt die Ausstattung einer kleinen ...

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