gulli: Australien: Webfilterung wird eine Zwangsmaßnahme für alle

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02. Januar 2009

Australien Webfilterung wird eine Zwangsmaßnahme für alle

Der australische Weg der Zensur bahnt sich immer weiter voran, so dass eines immer deutlicher wird. Nach Abschluss der Testphase ist kein Australier mehr vor der Zensur seitens der Regierung sicher. Eigentlich ein Skandal, der jedoch nach wie vor toleriert wird. Obwohl inzwischen eindeutig klar geworden ist, dass niemand der australischen Firewall entrinnen kann.

Der Telekommunikationsminister Stephen Conroy zeigte sich indes nach wie vor unbeeindruckt, trotz der zahlreichen Bedenken, die ihm von der Bevölkerung entgegengebracht werden.

Vielmehr kritisierte er, dass diese das Recht zur freien Meinungsäußerung damit begründen würden, ungehindert kinderpornografisches Material zu betrachten. Eine riskante Äußerung, die jedoch bei vielen Australiern Wirkung zeigen dürfte. Wer sich gegen die Pläne der Regierung stellt, das Internet zu regulieren, der hat womöglich etwas zu verbergen oder besucht gar selbst solche Websites. Ein perfides Spiel, das hier getrieben wird, einzig und allein durch die Klammerung an den Begriff kinderpornografisches Material.

Es scheint außerdem so, als habe man die katastrophalen Auswirkungen auf die Surfgeschwindigkeiten vergessen, welche von Experten prophezeit wurden. Wenn ein Breitband-Zugang plötzlich nur noch rund 10 Prozent der ursprünglichen Leistung liefert, werden vielleicht einige endlich aufhorchen. Sehr interessant ist auch das Trugbild, welches bislang aufrecht erhalten wurde. Die Filterung wird nämlich keinesfalls - wie gelegentlich erwähnt - optional sein. Vielmehr können Providerkunden lediglich zwischen zwei Varianten wählen. Eine, welche "unangemessene Inhalte" für Kinder blockiert undaustralien zensur web bittorrent die andere Variante, welche alle "illegalen Angebote" blockiert. Wann gehört wohl P2P-Traffic zu den "illegalen Angeboten", die blockiert werden? Es ist ja nicht gerade so, als ob man BitTorrent und Filterung nicht bereits zusammen erwähnt hätte. (Firebird77)

(via zeropaid, thx!)

(Bild via nationalflaggen, thx!)

  • Zitat: Zitat von joinbug  @Ratatata: Interessante Frage, ob der Name wirklich schadet oder nicht. Wir sind halt leider nicht in Schweden Na ja, auf Menschen, die (privat) mit dem Internet eher wenig oder auch gar nichts zu tun haben, wirkt der Name Piratenpartei eher negativ, weil er (für sie) fast nur mit negativen Assoziationen verknüpft ist. Erstens schon mal das am Horn von Afrika, und ...

    titus_shg am 03.01.2009 16:43
  • Zitat: Zitat von Chronoton  ich stelle wieder mal die behauptung auf, dass in deutschland früher oder später alle strafrechtlich relevanten inhalte zensiert werden bzw es massive versuche geben wird dies durchzusetzen. Es wird zensiert! Das hat mit der möglichen Strafwürdigkeit des jeweiligen Angebotes rein gar nichts zu tun, allenfalls mit einer generellen Kriminalisierung von bürgerlichen Freiheiten. ...

    mboettcher am 03.01.2009 18:48
  • Zitat: Zitat von titus_shg  Fakt ist doch: Mit Totschlagsargumenten wie Kampf gegen Kinderpornographie und Terrorismus kann man ja nun auch mal die Meisten davon überzeugen, nichts dagegen einzuwenden zu haben, wenn die Regierung dagegen mit allen Mitteln vorgehen will. Was ich ja auch vollkommen verstehe. ach naja, auch der verblödete fernsehbürger wird anfangen zu motzen, wenn er vom sofa aufstehen ...

    Novgorod am 04.01.2009 10:42
  • Zitat: Zitat von Novgorod  also es geht keineswegs um "mit allen mitteln", es geht genau um die mittel! und das internet gehört wohl noch nicht zum sofa, jedenfalls für die meisten.. Das "mit allen Mitteln" meinte ich auch eher so, dass es dem besagten "Normalbürger" solange recht ist, wie er sich davon nicht persönlich betroffen/beeinträchtigt fühlt. Dem "anständigen deutschen" Alkoholiker ...

    titus_shg am 04.01.2009 11:51
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