gulli: Australien: Webfilterung soll bis zu 10.000 Seiten umfassen

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14. November 2008

Australien Webfilterung soll bis zu 10.000 Seiten umfassen

Die immer wieder zur Diskussion gestellte Internetfilterung in Australien offenbart immer deutlicher, von welchen Zensurmaßnahmen man ausgehen kann, sollte diese tatsächlich in Kraft treten. Anfangs sollen rund 1.300 Seiten gefiltert werden. Binnen kürzester Zeit soll dieser Wert jedoch auf bis zu 10.000 ansteigen.

Die Pläne der australischen Regierung, Provider zur Filterung von "unangemessenen und illegalen Inhalten" zu zwingen, nehmen immer mehr Form an. Jetzt wurde bekannt, dass bereits eine "Blacklist" an zu filternden Websites existiert.

Die von der Regierung erstellte Liste umfasst bislang "nur" 1.300 Internetseiten. "Der Pilottest wird feststellen, inwieweit die Filterung bei der ACMA Blacklist, welche zum Großteil Links zu Kinderpornografie enthält, sowie gegenüber anderen unerwünschten Inhalten funktioniert", so Minister Stephen Conroy gegenüber dem australischen Parlament, "Während die ACMA Blacklist gegenwärtig etwa 1.300 URLs enthält, wird diese Testphase gegen eben diese Adressen die Filterung prüfen. Außerdem wird die Filterung für eine Reihe weiterer URLs von etwa 10.000 Stück geprüft, um festzustellen, welchen Einfluss eine größere Blacklist auf die Netzwerk-Performance hätte."

Die Stimmung ist - wie zu erwarten war - stark angeheizt. Dafür gibt es neben der Tatsache, dass man in einem demokratischen System eine Zensur einführen möchte, einige weitere Gründe. Zum einen wird diese Liste aller Voraussicht nach ausschließlich durch Regierungsorgane befüllt, was diesen wiederum ein perfektes Werkzeug für Zensur an die Hand gibt. Zum anderen sorgt der Test von bis zu 10.000 Seiten bei vielen für ein unangenehmes Gefühl. Natürlich gibt es weit mehr als 10.000 Websites. Aber der Regierung ein Mittel in die Hand zu geben, binnen kürzester Zeit den Zugriff auf eine solche Anzahl zu sperren, stimmt doch bedenklich. Zumal sich "unerwünschte Inhalte" wie Kinderpornografie nicht einfach weg-zensieren lassen. Dies ist definitiv der falsche Ansatz. (Firebird77)

(via zeropaid, thx!)

  • Zitat: ääähhmmm...?! Vielleicht deshalb weil nicht alle Server in Australien stehen ? oO bei richtiger kinderpornografie ist es egal wo die server stehen, die seiten werden nicht mehr als ein paar tage überleben, weil es weltweit geächtet wird. da hilft auch keine sperrliste, weil die auch meist ein paar tage braucht, bis sie greift. davon betroffen werden seiten sein, die in vielen ländern legal sind. ...

    Chronoton am 15.11.2008 14:01
  • @Chronoton: Das stimmt soweit schon - allerdings wollte ich mit meinem Post sagen, dass man Australien nicht vorwerfen kann, dass sie die Server nicht vom Netz nehmen

  • Zitat: Im Rahmen eines ersten Testlaufs im Dezember, der allerdings nur eine kleine Gruppe freiwillig teilnehmender Internetnutzer betreffen wird, sollen aber bis zu 10.000 Seiten blockiert werden. Die Blacklist umfasst nicht nur KiPo-Seiten sondern alle Seiten mit sog."unerwüschten Inhalten"... Was "unerwünschte Inhalte" sind, wird durch die Regierung festgelegt. Zitat: Hintergrund ...

    soricsoon am 15.11.2008 14:32
  • Zitat: Zitat von Chronoton  bei richtiger kinderpornografie ist es egal wo die server stehen[...] mfg chronoton Genau das meine ich. Sowas wie TorPedo würde nicht mal in Russland ein paar Tage überstehen. Deshalb glaube ich auch, dass damit sämtliche "Randbereich" Seiten in Gefahr geraten. Sobald es einmal die Möglichkeit gibt, Websites so zu sperren, finden sich die Gründe im nu. Irgendein post vom ...

    tgumail am 15.11.2008 14:48
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